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Kleinere Mitteilungen.
keine Seltenheit und dringen vom Invalidenhause her hier ein An der Torfstrasse sind Jagden auf Marder, Iltisse und Wiesel hei strenger Kulte durchaus nicht ungewöhnlich. Hier hausen die Tiere in den alten hohlen Pappeln hinter den morschen Bretterzäunen über dichtesten Bocksdornhecken. Der Fang erfolgt derart, dass an dem Schlupfloch ein Sack befestigt und der betreffende KUuber durch Anwendung von allerlei Chikanen, selbst Feuerbränden, hineingetrieben wird. Die Jagden sind hier Notwehr; denn die Räuber dringen am Abend in die Höfe vor und würgen das Hausgeflügel ab.
N. Z. 29. 12. 1899.
Kleinere Mitteilungen.
Der Mariensee bei Kloster Chorin. Exkursionsbericht des .Märkischen Provinzial-Museums vom 21. Juli 1895 erstattet von Ernst Friedei.
Es interessierten uns heut weniger die herrlichen, aber ungezählte Male beschriebenen Kosterruinen von Chorin, welche auch wohl noch einmal ihre Wiederherstellung, ähnlich der Ruine von Lehnin, erleben werden, als wie die naturgeschichtlichen Verhältnisse des vom Kloster östlich belegenen Amtssees, gewöhnlich choriner See oder mit ältester Bezeichnung Mariensee (Stagnum Beatae Virginis Mariae) genannt.
Der See mit meist steil abfallenden Ufern hat an sich etwas Feierliches und Finsteres, was selbst heut mitten im Sommer sich geltend machte. Man sieht dem Gewässer an, dass es zu allerhand Legenden und Sagen Anlass geben mag.
Ein alter Fischer, welcher gleichzeitig den Dienst als Bademeister versieht, brachte uns nach der im See befindlichen, von fernher schon an ihrem prächtigen Baumwuchs kenntlichen Insel.
Dieselbe enthält zwischen der Anfuhrt und der Badestelle einen festen diluvialen Kernboden mit vielen grossen erratischen Blöcken; daneben schliesst sich eine sehr sumpfige mit Erlen und Farrenkraut bestandene verschilfte Stelle an, welche sieh einem vorspringenden Punkte des festen Ufers unterhalb des Forstgartens nähert. Man kann aber — bei Lebensgefahr — weder hier hindurch schwimmen, so verkrautet, noch hindurch waten, so weich, trotz des trockenen Hochsommers, ist der Grund. Daselbst soll nach Herrn Hegemeister Raatzs Meinung eine Brücke oder Fuhrt nach der Insel geführt haben, und in dem versumpften Teile vermutet er einen wendischen Pfahlbau als Unterlage.
Wir haben äusserlich nichts davon entdecken können, es sind hier freilich in unendlicher Zahl Erlenwurzeln verzweigt, welche das Nachgraben sehr erschweren. Diese Erlen treiben aus den im Seewasser freiliegenden Hauptwurzeln unzählige kleine fuchsrote oder orangegelbe Saugewurzeln, oft in einer Länger bis zu 2 Meter ohne irgend welche Erde, frei in das Wasser des Sees hinein. Flottieren diese, wie heut der Fall war, in Folge des Windes lose im Wasser, so gemahnt der Anblick an eine auf- und niedertauchende