Kleinere Mitteilungen.
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Seetang-Bank in einer Meeresbucht, oder mit gröberem Vergleich an einen schwimmenden Fuchspelz. Man kann sich nur schwer von der Wahrheit, dass es sich, wie gesagt, lediglich um zahllose ohne Erde frei im Wasser gewachsene Sauge-Wurzelpolster von Ainus glutinosa handele, überzeugen.
In den dreissiger Jahren sind auf dem kleinen Eiland schöne Bäume, namentlich Rottannen angepfianzt worden, die sich mächtig entwickelt haben, desgl. finden sich allerlei verwilderte Zierstauden, Johannisbeersträucher und dergl. als Übcrlebscl früherer sorglicher menschlicher Kultur vor. Auch Reste eines Fachwerkbaues einer hier vor Jahrzehnten bestandenen Bleicherei sind noch da.
Im Wasser liegen zahlreiche vom Winde umgestürzte Bäume, Erlen der beschriebenen Art, die allmählich durch den Wellenschlag gänzlich unterspült und abständig wurden, desgl. Espen, Weiden und auch einzelne Eichen.
Unser Ferge und gleichzeitige Führer wollte hierauf die vermuteten Pfahlbauten beziehen, meinte dagegen, südlich von Chorin im Bach-See (oder Bahr-See der Generalstabskarte) ständen in der Mitte eine Menge von eingerammten uralten Pfählen, die darauf, dass hier in der Vorzeit eine Besiedelung bestanden haben könne, einen Schluss erlaubten. Die Stelle verdient eine Untersuchung.
Noch sei erwähnt, dass in dem Sumpf der Insel im Amtssee einzelne grosse Geschiebeblöckc lagen, welche nur durch die Wurzeln der hier wachsenden Birken, Weiden und Erlen vor dem Versinken geschützt worden sind. Diese Steine müssen, wann ist wohl nicht mehr festzustellen, durch Menschenhand hier hingeworfen sein. Der teils sumpfige, teils mit Wurzeln und altem Ilolzwerk bedeckte Seeboden rät im Amtssee überall zu grosser Vorsicht beim Baden.
Unterhalb der Neuen Klosterschenke ist eine oben abgerundete Steinplatte zum Gedächtnis einer im Amtssee i. J. 1893 wenige Schritt vom Ufer hier ertrunkenen jungen Berliner Dame, Fräulein Siems, aufgestellt, ein Mahnzeichen, das zur Vorsicht beim Baden an dem jäh in den See abfallenden Ufer auffordert, da der Grund des Gewässers teils morastig, teils mit Wasserpflanzen und Wurzeln durchsetzt ist, die dem Badenden oder Schwimmenden gefährlich werden können.
Einen Abfluss hat der See an der Nordwest-Ecke. Dieser Bachgraben, in dessen Nähe altes Mauerwerk der Kloster-Umfassungsmauern steht, hat romantische Ufer, ist tief eingeschnitten und murmelt klar und stark strömend über steinigen Grund. Dieser Abfluss steht nordöstlich mit dem Weissen und dem Grossen Paarsteiner See in Verbindung. An dem Mörtel des alten Mauerwerks wurden an, für unsere Gegend selteneren, lebenden Schnecken vor allem die den Mönchen als leckere Fastenspeise gedient habende fette grosse Weinbergsschnecke Helix pomatia L. gesammelt, ferner eine kleine flache Schnirkelschnecke Helix rotundata Müll, und eine Schliessmundscbnecke Clausilia laminata Mont. In dem Bachgraben fanden sich an Muscheln, ausser zahllosen Sphaerium corneum L., Unio batavus Lam, im See Unio tumidus Retz, und U. pictorum L., die Teiehmuschel Anodonta piscinalis Nilss. sowie die Deckelschnecken Vivipera vera v. Frauen und V. achatina Müll.