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10. (4. ordentlicjie) Versammlung des IX. Vcreinsjabres.
Was die Zeitstellung des Seddiner Hünengrabes anlangt, so gingen die Ansichten um Jahrhunderte anfänglich auseinander. Sehr merkwürdig ist das Vorkommen der eisernen „Tapezierer-Nahnadel“ und eines mit Fellresten versehenen Stückchen Eisens in der einen Frauen- Aschenurne. Gustav Kossinna und, wenn ich recht verstehe, unser grösster Vorgeschichts-Chronologe Oscar Montelius sind geneigt, den Seddiner-Königs-Tumulus um 1000 v. Chr. zu gruppieren. In der ausgezeichneten neuesten Arbeit unseres Montelius: „Hie Chronologie
der ältesten Bronzezeit in Norddeutschland und Skandinavien (Mit 451 in den Text eingedruckten Abbildungen. Archiv für Anthropologie, XXV und XXVI. Auch als Sonderabdruck. Braunschweig, F. Vieweg & Sohn, 1900.)“ gelangt der gelehrte Verfasser zu folgender Zeitgliederung: Jüngere Steinzeit. Periode I: Keine Grabkammern von Stein. Kein Metall. — Periode II: Dolmen (Dösar) und Gräber ohne Steinwände. Kein Metall. — Periode III: Ganggräber und Gräber ohne Steiuwände. Das erste Auftreten des Kupfers- — Periode IV: Steinkisten und Gräber ohne Steinwände. Kupfer. — Bronzezeit. Periode I (ältere Abteilung): Hauptsächlich zinnarme Bronze. Keine Schwerter, keine Speerspitzen mit Tülle. — Periode II (jüngere Abteilung): Zinnreiche Bronze. Kurzschwerter. Am Ende der Periode: längere Schwerter und Speerspitzen mit Tülle.