Heft 
(1900) 9
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10. (4. ordentliche) Versammlung des IX. Vereinsjahres.

Endlich drittens südöstlich vom Kohlhorst und etwa 300 m nord­westlich von dem letztgenannten Hügel ein Hünengrab mit jungen Eichen und Buchen bewachsen, an einer Seite abgestochen, so dass mau eine grosse Steinpackung gewahrt, aber anscheinend noch nicht auf­gedeckt, mit äusserem Steinkranz, ähnlicher Konstruktion wie No. 1 u. 2, wahrscheinlich auch in die Zeiten des Köuigsgrabes gehörig. Bei dem zu 2 gedachten Hünengrab befindet sich eine flache wallartige runde Erhöhung, in welcher wir menschliche Spuren jedoch nicht wahrzunehmeu vermochten.

Naturkundliches.

14. Endmoräne bei Liepe unweit Oderberg i. M. Von dieser geologisch und heimatkundlich so hoch interessanten Ablagerung der Eiszeit verdanke ich der Güte des Herrn W. Pütz die vorgelegte inter­essante, von ihm aufgenommene grosse Photographie, welche die wirre Anhäufung des verschiedenartigsten glazialen, durch Lehm oder Grand oder Kies notdürftig verbundenen Schuttmaterials deutlich erkennen lässt. Ein Block lässt die durch das Eis bewirkte Abschleifung und Furchung ahnen. Vor Jahren, als ich in der Gegend zu einem solchen Abschnitt hineinstieg, hatte ich das täuschende Bild eines förmlichen Steinbruchs im Gebirge vor mir, so dicht gedrängt lagen die Steine aufeinander- gepackt, und erst die petrographische Yerschiedenartigkeit der Geschiebe­blöcke zeigte, dass von einer zertrümmerten einheitlichen Steinwand nicht die Rede sein könne.

Diese Photographie ist auch insofern lehrreich, als sie in Ver­gleichung mit den Ihnen vorgewiesenen Photographien des Seddiner Königsgrabes deutlich wahrnehmen lässt, wie die Struktur des Aufbaues beider Örtlichkeiten eine ganz verschiedene ist, bei Liepe hat eben der Gletscher das Material hingeschoben und liegen lassen, beim Seddiner Königsgrab hat dagegen der Mensch aufgeschüttet.

15. Helios. Abhandlungen und Mitteilungen aus dem Gesamtgebiete der Naturwissenschaften. Organ des Natur­wissenschaftlichen Vereins des Regierungsbezirkes Frankfurt. (Museums-Gesellschaft.) Herausgegeben von Dr. Hugo Roedel. Berlin. In Kommission bei R. Friedländer & Sohn. 17. Bd. H)00. Darin zwei Berichte des Herrn Oberlehrer Dressier über die meteoro­logischen Verhältnisse von Frankfurt a. O. Recht wertvoll sind naturkundliche Berichte unter dem Titel: Bibliotheca marchica, historico-naturalis, welche auch die Prähistorie unter der Bezeichnung Urgeschichte lief. M. Klittke umfassen, wobei hinzugefügt werden mag, dass Herr Klittke in einem besonderen Artikel:Prähistorische Funde aus der Umgebung von Frankfurt a. O. bespricht. Im ganzen ist noch zu wenig aus dieser Gegend bekannt; eine systematische, mit grösseren Kräften unternommene Erforschung der Odergegend wird