10. (4. ordentliche) Versammlung des IX. Vereinsjahres.
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Abhängen des Gaisberges an 4 Stellen aufgefunden worden. Einige Exemplare sind baumartig 6—7 m hoch, mit ausgebreiteter Krone, während die meisten, durch den Eigennutz der Besitzer, strauchartig erhalten bleiben. Die jungen Stämme werden, sobald sie dazu tauglich sind, zu Harken- oder Forken- und Besen-Stielen, auch zu Sprossen in den Ernteleitern benutzt. Da Sorb. tonn, aus dem Süden stammen soll, so war ich der Meinung, dass sie wahrscheinlich durch Mönche des Prämonstratenser Ordens, die Pfleger des hier in Barsdin belegenen Marienhospitals waren, hier angepflauzt worden seien, zumal ihr Vorkommen gerade in der Umgebung der Stelle ist, wo das Ilospital gestanden hat. Noch mehr bestärkt wurde ich in dieser Annahme, dass die Mönche, als hier bei Oderberg das Hospital abgebrochen und nach dem Pehlitzwerder verlegt wurde, diesen Baum als besondere Liebhaberei dort mitgenommen haben könnten. Ja ich ging in meinen Schlüssen noch weiter: da dieser Baum sehr sparsam wächst und das Prachtexemplar auf dem Pehlitzwerder eiue Höhe von 40—50' und einen Durchmesser von lVs-2' hatte, so muss er dem entsprechend auch ein recht hohes Alter erreicht haben und schien es mir nicht unwahrscheinlich, dass er noch aus den ersten Anpflanzungen der Mönche herrühren könne. Herr Prof. Ascherson teilte diese Ansicht aber nicht, da der Baum noch an anderen Stellen der Mark, ja auch in Mecklenburg vorkäme. Der grosse Baum auf Pehlitzwerder wurde in den siebziger Jahren, da der Stamm morsch geworden, vom Sturme umgeworfen, hat aber Schösslinge hinterlassen.“ Schon früher machte Herr Lange mich auf das Vorkommen — ob freiwilliges? — von Sorbus torminalis im Park des Herrn von Rüssel- marin zu Krussow bei Angermünde aufmerksam.
Teil füge hinzu, dass der Elsbeerbaum noch weit nördlicher vorkommt. Dr. Th. Fr. Morsson: Flora von Neu-Vorpommern, Rügen und Usedom, Leipzig 1869, sagt: „In Wäldern und an den hohen Ufern der Seeküste, hin und wieder. In den Wäldern des Dars und Zingst. An den Ufern von Hiddensee, Jasmund und Mönchgut und der Insel Oie.“ In den letzten Jahren habe ich Elsbeerbäumchen in den Schluchten zwischen Stnbbenkamer und Sassnitz öfters bemerkt.
Gegessen werden, hauptsächlich natürlich von Kindern, die mudig gewordenen Früchte des Elsbeerbaumes im Brieselang, bei Oderberg und sonst im Oktober und November. Man hat daraus auch bei uns früher Most bereitet, teils allein, teils zusammen mit den Knödelbirnen, die, wie ich früher ausführte, gleich den Früchten unserer Mispel und des Mehlbeerbaumes erst im beginnenden Zustande der Zersetzung geniessbar werden. Auch dies würde für die von mir zuvor angedeutete Herstellung von Sorbet im Orient aus Sorbus-Früchten sprechen.
Ich lege Ihnen noch die schönen roten Früchte von Sorbus fennica sowie vom Mehlbeerbaum (Sorbus Aria) vor, mich mit Freuden an die