Heft 
(1900) 9
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10. (4. ordentliche) Versammlung <les IX. Vereinsjahres.

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die zuerst in den Waldungen von Fontainebleau bemerkt worden und deshalb Alisier de Fontainebleau genannt worden ist, wobei ich vermuten möchte, dass der Stammlaut der Wörter Eisbeer, Elsebeer und Alise, Alisier sprachlich verwandt sei. Da der Speierling oder Sperberbaum, Sorbus domestica, auch Arlesbeerbaum genannt wird, so wäre eine weitere sprachliche Frage die, ob dieses übrigens auch etwas an Elsebeer oder Eisbeer anklingende Wort mit der Stadt Arles, lateinisch Arelate in Verbindung gebracht werden darf? Auch der Ausdruck Atlas­beeren kommt für Elsbeeren vor (Kerner, Pflanzenleben, II. Aufl., Bd. 11, S. (>73).

Schliesslich empfehle ich die genannten Sorbus-Arten, soweit sie unser Klima vertragen, zur vermehrten Anpflanzung in unserer Heimat, besonders auf den Schutt- und Abraum-IIalden der Rüdersdorfer Kalk­berge. Ich habe mich gefreut, in diesem Jahr zu sehen, wie eine pommersche Gemeindeverwaltung, die der alten Universitätsstadt Greifs­wald, fleissig die seltenen Sorbusarten in ihren Anlagen z. B. auf der Naugangswiese, im Müntergrund u. s. w. angepflanzt hat. Möge unser Mitglied, Herr Garten-Direktor Mächtig, wenn es noch nicht ge­schehen sein sollte, uns und unsere Nachkommen mit diesen herrlichen Nutzbäuinen im Treptower Park, im Plänterwald beim Eier­häuschen und auf den Hängen des Kreuzberges recht ausgiebig erfreuen.

B. Ausgelegt wird ferner heut Abend:

W. Eackowitz, Flora von Berlin und der Provinz Branden­burg. Anleitung die in der Umgebung von Berlin und bis zu den Grenzen Brandenburgs wild wachsenden und häufiger kultivierten Pflanzen auf eine leichte und sichere Weise durch eigene Untersuchung zu be­stimmen. Zwölfte Auflage. Berlin. Verlag von Friedberg & Mode. 1901.

Herr Dr. Bolle berichtete darüber wie folgt:

Die Anziehungskraft, welche die vegetative Natur unserer Heimat auf ihr sympathisch gestimmte Gemüter ausübt, ist eine so lebhafte, dass nach Ablauf gewisser Zeiträume sich immer neue Kräfte ihrer Bearbeitung zuwenden, ältere aber in ihrem Studium, sich ändernden Verhältnissen Rechnung tragend, verharren. Neben den mustergültigen und umfassenderen Arbeiten eines Ascherson, dem sich neuerdings Dr. Graebner hülfreich und befähigt zugesellt hat, kennt seit lange schon die Floristik Herrn Eackowitz als einen ihrer gediegensten Förderer. Seine Flora von Berlin liegt in gänzlich umgearbeiteter Gestalt vor und zwar stellt sich dieselbe in einer Form dar, welcher vorzugsweise Lob dafür gebührt auf ebenso rationellem wie leicht fasslichem Wege für Erlangung praktischer Er­fahrung Pfadfinderin zu sein. Es giebt keinen stärkeren Beweis für ihre Vorzüglichkeit als die Thatsache einer verlangten und nun erschienenen 12. Auflage. Zum Schulunterricht in hohem Grade vorteilhaft verwendbar,