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13. (5. ordentliche) Versammlung des IX. Vereinsjahres.
giebt als das Alter des Beckens ganz richtig das 11. bis 12. Jahr hundert an.
Nach einer freundlichen Mitteilung des Herrn Cornill ist die Myrrha- Schale dein Museum geschenkt, nachdem sie aus der Privatsammlung des Freiherrn von Minnigerode in der Versteigerung erworben. Weiter lässt sich nichts sagen. Die Herkunft des merkwürdigen Stückes bleibt dunkel. Da, meines Wissens, viele der Gegenstände aus Hannover stammen, so möchte die Vermutung nahe liegen, dass die Myrrha-Schale dem nordwestlichen Deutschland entstammt, welches ein dgl. Gefäss (in Stade) geliefert hat. Der Zufall, welcher mitunter hilft, mag wohl noch später auf die richtige Spur führen, zumal dergl. Becken doch wegen ihrer Seltenheit und Seltsamkeit in die Augen gefallen sein müssen.
8. Führer durch Potsdam und Umgebung mit Karten, Ansichten und Fahrplänen. Ilerausg. von der Vereinigung zur Hebung des Geschäfts- und Fremdenverkehrs. 4. Aufl. (1890) Potsdam, in Kommission: A. Steiu’s Verlags - Buchhandlung. Die Illustrationen rühren zum Teil von unserm Mitglied 0. Hasselkampf, zum Teil von 0. Link her. Dies Buch ist in jeder Beziehung praktisch und kann für den Fremden-Verkehr bestens empfohlen werden.
9. Ein Gedächtnistuch auf den Hubertsburger Frieden 1763 bezüglich, ist von dem wissenschaftlichen Beirat des Märkischen Museums, Herrn General-Leutnant von Prittwitz und Gaffron in Karlsruhe, eingeschickt worden und wird zur Besichtigung ausgelegt. Das Tuch ist zur angegebenen Zeit weiss und rot mit vielen Figuren, Namen und Zahlen gewirkt worden und recht interessant. Ich entsinne mich zwei dergleichen Tücher in Händen gehabt zu haben. Zuletzt eins zu Bad Kissingen in der bekannten Sammlung des mit dem Fürsten Bismarck befreundet gewesenen Ökonomierat Streit, welche in den vom Reichskanzler bei seinen wiederholten Badeaufenthalten in dem vormals bischöflich würzburgischen Absteigehause auf der obern Saline enthaltenen Räumen untergebracht ist.
Auf dem sauber gewebten 1,2 m breiten und 0,92 m hohen Tuch erblickt man in der Mitte (von links nach rechts) die Porträts des Königs von Frankreich, des Königs von Polen, der Kaiserin Maria Theresia, Friedrichs des Grossen, der Kaiserin Katharina von Russland und des Königs Georg von England. In den Ovalen unter den Figuren befinden sich die Monogramme ihrer Namen. Über den Porträts schwebt zwischen der Aufschrift Ao. 1763 den 15. Feb. eine geflügelte weibliche Gestalt, eine Posaune blasend. Unten die Verse:
Zwey Kayser und drey Könige sind nun des Krieges müde Drum machen sie auf Gottes Winck mit Preussen Friedrich steten Friede.