Heft 
(1900) 9
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13. (6. ordentliche) Versammlung des IX. Vereinsjahres.

Ich wünschte dem Büchlein damals, dass es recht schnell Verbreitung in märkischen Schulkreisen linden möge, und dieser Wunsch ist schneller, als ich erwartet habe, in Erfüllung gegangen: bereits nach sechs Monaten war die erste Auflage vergriffen. Sicherlich ist dieser schnelle Vertrieb ein Zeichen für die Brauchbarkeit des Buches und für die Notwendigkeit einer solchen Heimatkunde, und wenn der Verfasser mit dem Absatz der 2. Auflage, welche vielfach verbessert und auch mit einer kleinen Karte ausgestattet worden ist, ebensoviel Glück hat wie mit der ersten, so kann er auf den Erfolg seines Buches stolz sein.

3. Sperrung des Blumenthal. Wie unser verehrter Herr Vor­sitzender, Herr Geheimrat E. Friedei, bereits in der September-Sitzung mitteilte, sind die märkischen Naturfreunde und Touristen in den Sommer­monaten durch allerlei unheilvolle Zeitungsnachrichten über die Sperrung und die Abholzung des Blumenthal bei Strausberg sehr beunruhigt worden. Bald sollte der Blumenthal gänzlich ges|*errt, bald nur auf einzelnen Wegen verboten sein; bald sollte der ganze Gamengrund abgeholzt werden, bald nur ein Teil des westlichen Abschnittes nach Hirschfelde zu der Axt zum Opfer fallen u. a. in. Auch verschiedene Anfragen märkischer Touristenvereine brachten kein Licht in die Dunkelheit der beunruhigenden Gerüchte. Man stellte nur fest, dass die Forst Verwaltung der Baronin von Eckardstein auf Prötzel, zu deren Besitz der Blumenthal gehört, den Besuch des Waldes ausserhalb der öffentlichen Wege verboten habe und nur solchenPersonen, von denen voraussichtlich Beschädigungen der durchwanderten Forsten nicht zu erwarten sind, Erlaubnisscheine gegen Zahlung von 1 Mk. für die Person ausstellen würde. Über die geplante Abholzung einzelner Teile liess sich dagegen nichts Genaues ermittelu.

Die vielfach sich widersprechenden Nachrichten, die immer wieder in den Zeitungen auftauchten, veranlassten schliesslich den Vorstand der Brandenburgs sich mit der Angelegenheit zu befassen, und in der September-Sitzung wurde beschlossen, eine Exkursion zur Feststellung des Sachverhalts nach dem Blumenthal zu unternehmen. Diese Ex­kursion hat am 23. September stattgefunden, und ausser einigen Mit­gliedern des Vorstandes beteiligten sich daran verschiedene Pfleger des Märkischen Museums und andere Freunde der märkischen Heimat. Ge­leitet wurde die Exkursion wie alle ähnlichen von unserem Vorsitzenden, die Führung durch den Blumenthal hatte Oberlehrer Dr. Böttger aus Wriezen übernommen.

Die Teilnehmer der Wanderfahrt hatten sich zunächst nach Tiefen s ee begeben, wo sie von Dr. Böttger erwartet wurden, und suchten von hier aus die Umgebung des prächtigen Gamensees auf, der sich als Fortsetzung der Seen kette bei Leuenberg von der Tiefenseer Ziegelei aus in schluchtenähnlicher Mulde südlich bis zur Prötzeler Chaussee hinunter­zieht. Das Westufer des Gamensees liegt auf dem Gebiet der Königl.