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13. (5. ordentliche) Versammlung des IX. Vorcinsjahres.
Blumenthals za verhindern. Ich möchte deshalb von dieser Stelle ans einen Appell an die Denkmalschutz-Kommission der Provinz Brandenburg richten, einen energischen Versuch zur Kettung des bedrohten Waldreviers zu machen. Im Spitzkrug zu Tiefensee, in unmittelbarer Nähe des Garnengrundes, hängt eine schmucklose Tafel, auf der die folgenden Verse verzeichnet stehen:
„Der Wald ein Segen,
Wo Gott ihn schuf —
Den Wald zu pflegen • Ein schöner Beruf.“
Dieses Sprüchlein sei allen, die an der Vernichtung des Waldgebiets mitarbeiten, als Mahnung zugerufen, und auch denen, die imstande sind, die Abholzung der schönsten Partieen zu verhindern. Noch sei die Hoffnung nicht aufgegeben, dass uns der Gamengrund in alter Herrlichkeit erhalten bleibt, die „Brandenburgia“ wenigstens sollte, so viel in ihren Kräften steht, zu seiner Erhaltung beitragen.
Vom Gamensee aus begaben sich die Teilnehmer der Exkursion in östlicher Richtung in das Gebiet des Blumenthal hinein und gelangten auf dem sogenannten Grenzwege durch romantische Schluchten und prächtigen Buchenschlag zum Russengrund und zum idyllischen Pichesee und von dort auf der alten Berliner Strasse nach Sternebeck, von wo aus die Rückfahrt angetreten wurde. Überall auf dem Wege entfaltete sich die geheimnisvolle Schönheit des Blumenthal, der in seinem bereits herbstlich gefärbten Sommergewande gerade um diese Zeit einen unbeschreiblich schönen Anblick gewährte. Allgemein wurde es von den Mitgliedern der Exkursion bedauert, dass dieses Kleinod unter den märkischen Wäldern von nun an den Naturfreunden verschlossen sein soll.
Ganz so schlimm, wie es auf den ersten Augenblick aussieht, ist es übrigens mit der Sperrung des Blumenthal nicht. Freilich besteht das Gebot der Forstverwaltung, und auch die erwähnte „Lustbarkeitssteuer“ von 1 Mk. für die Person wird erhoben, aber trotz dieser Bedrückungen braucht man auf eine Wanderung dui’ch den Blumenthal nicht zu verzichten, ja, man kann sogar, ohne einen Pfennig zu bezahlen, allein auf den öffentlichen Wegen einen lohnenden und genussreichen Spaziergang unternehmen.
Da ist zunächst die Chaussee von Werneuchen nach Prötzel. Sie führt uns an dem herrlichen Gamengrund und dem Gamensee vorüber und durch einen stattlichen Buchenwald zum Vorwerk Blumenthal, in dessen Nähe sich die vielgenannte, sagenumwobene „Stadtstelle“ befindet. Dieser Ort, der landschaftlich wenig reizvoll ist, wird rings von Ackerland umgeben und ist bis zur Erntezeit überhaupt nicht zu erreichen. Erst wenn der Wind über die Stoppeln weht, kann man der „Stadtstelle“, die nur der historischen Merkwürdigkeit uud des