FonUnes Grete Minde.
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dein sie in die Zncht des Predigers gekommen ist, wird das übliche Maienfest gefeiert. Valtin und Grete werden von ihren Angehörigen zu der Iiinde geschickt, unter der die Kinder spielen. Aber sie ziehen es vor, weiter in den Wald zu gehen und verirren sich schliesslich. Grete kehrt ins Haus zurück, als Bruder und Schwägerin längst daheim sind. Trud macht ihr Vorwürfe und ist lieblos genug, ihr das fremde Blut, den fremden Glauben und die Bettelarmut ihrer Mutter vorzuwerfen. Das hat einen leidenschaftlichen Ausbruch des Mädchens zur Folge und drohend tritt sie der Schwieger entgegen. Dadurch schafft sie sich für einige Zeit Ruhe. Als aber wenige Monate darauf kurz nach ihrer Einsegnung der Vater stirbt und sie sich ganz Waise fühlt, als dem Bruder ein Knabe geboren wird, den Grete wie eiue Magd hüten und pflegen muss und dem sie die Liebe zuwenden soll, die sie selbst stets entbehrt hat, da bäumt sie sich wieder auf und sie hat nur einen Gedanken: zu fliehen, frei zu werden. Niemanden hat sie, dem sie ihr Leid klagen kann, als Valtin und ihm schüttet sie ihr ach! so volles Herz aus. Er tröstet sie nach Kräften und verspricht ihr seinen Beistand. Schon vorher in einer lieblichen Scene hatte sie ihn scherzhaft zu ihrem Ritter geschlagen. Während der Unterhaltung hatte sie eine Menge der umherliegenden Kastanien gesammelt, anfgezogen und als Schnur um den Hals gehangen. Die nahm sie herunter und hing sie ihm um und sagte ihm, er sei nun ihr Ritter, der zu ihr halten und für sie fechten und sterben müsse. Jetzt bewährt er sich nun wirklich als ihren Ritter. „Eins musst Du wissen, Gret’“, sagte er, „ich thu alles, was Du willst. Sage, dass ich hier hinunter springe, so spring ich, und sage, dass du fortwillst, so will ich auch fort. Und wenn es in den Tod ging. Ich kann nicht leben ohne Dich. Und ich will auch nicht!“ (S. b2f.) Das stärkt wieder den gebrochenen Lebensmut des Mädchens und vertrauensvoll sieht sie in die Zukunft. Allein das Verhängnis lauert und ihm zu entrinnen vermag sie nicht. Zu Weihnachten, dem Fest, da jeder Freude bereitet und Freude empfängt, erfährt sie eine neue, heftige Kränkung von der Schwägerin und das Verhältnis der beiden Frauen wird immer gespannter. Da tritt ein Zwischenfall ein, der die entscheidende Wendung herbeiführt.
Der Kurfürst kommt nach Tangermünde, um einen Tag und eine Nacht auf seiner Burg zuzubringen. Die Bürgerschaft giebt ihm ein Fest auf dem Schloss, an dem Männer und Frauen der vornehmen Geschlechter der Stadt teilnehmen. Grete muss zu Hause bleiben, um das Kind zu hüten. In ihrer Verlassenheit wird sie von Valtin besucht, der sie zu einem Gang ins Freie auffordert. Sie lässt sich bereden, da sie den Knaben bei Regine, ihrer alten Pflegerin, die noch im Hause ist, in guten Händen weiss. Auf ihrem Spaziergang sprechen die beiden von mancherlei Dingen, wie sie ihnen der Augenblick und die Örtlich-