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E. Zimmermann, Pfarrer.
Einschneidend wirkte darauf der 80jährige Krieg mit seiner Verwüstung. Von den 21 Rauchfängen blieben nur noch (> ilüfnereien und eine Gärtnerei übrig mit ca. 50 Einwohnern.
Von den alten Familien-Namen hat sich in den Kirchenbüchern nur der Name Ekelboom und Thilo erhalten. Die Familie Eichelbaum scheint sehr kräftig gewesen zu sein, denn es finden sich 1050 hier fünf Familien Eichelbaum, so dass es keine leichte Aufgabe war, als die Geschlechtsregister der einzelnen Ilöfe durch den cand. I’aul Zimmermann aufgestellt wurden, die einzelnen Familien auseinander zu halten Für mich war diese Arbeit zu heiklich und schwer.
Ob die 6 Familien Hecht, welche jetzt im Dorfe wohnen, aus dem Freischulzengut, welches sich von 1650 in gerader Linie bis jetzt erhalten hat, hervorgegangen sind, kann nicht ausgemacht werden, da im Register von 1492 der Name des Schulzen nicht genannt ist. Möglich erscheint dies, da die Familie stets sehr fruchtbar gewesen ist. Meske ist zugewandert. Der Name Müller ist in 4 Familien da, Freidank in 2, Schulze in 2.
Die wüste Mark Heinrichsdorf.
Nördlich der Feldmark von Niedergörsdorf zieht sich zwischen Jüterbog und Brietzen (Treuenbrietzen) in grosser Ausdehnung ein öder Landstrich am Abhange der Flämingshöhe hin, welcher den Namen Berghaide oder auch Birkhaide führt. Sie ist zum Landbau wenig geeignet und war mit einem Aufschläge von Birken bestellt, welche aber nur langsam wuchsen. Der südliche Teil nach Niedergörsdorf zu hat einen geringen, aber immer noch tragfähigen Boden und hier lag Heinrichsdorf, dessen ehemalige Lage noch heute an den Dorfstücken, an dem Kirchenhügel und an einem Wasserbehälter zu erkennen ist. Das Dorf soll in Niedergörsdorf eingepfarrt gewesen sein und es ist noch heute an der nördlichen Seite der Kirche eine vermauerte Thür sichtbar, welche den Kirchgängern von dort gedient haben soll. Nach einer anderen Sage scheint es freilich so, als hätte doch auch der Pfarrer von Kaltenborn nach Heinrichsdorf Beziehung gehabt. Es wird etwa 1(XX) Schritt östlich von Kaltenborn ein steinernes Kreuz gezeigt. Hier soll der Pfarrer von Kaltenborn auf einem Amtsgange nach Ileinrichsdorf, und dazu soll ein Fusssteig frei gelegen haben, mit seinem Küster in Streit gerathen und von ihm erwürgt worden sein. Darum gilt der Stein als Sühnestein und steht noch heute als Grenzstein da.
Schon in sehr alter Zeit scheint Heinrichsdorf eingegangen zu sein und die Herren von Heinrichsdorf haben diese wüste Mark den benach-