Heft 
(1900) 9
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Neue Nachtrüge zur Dorfchronik von Nieder-Görsdorf.

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harten Niedergörsdorfern anf Getreidepacht überlassen. Die Heinriclis- dorfer hatten ihren Sitz in Trebbin (Herren von Trebbin). Ein gewisser Heidenreich oder Heinrich v. Trebbin verlegte seinen Wohnsitz nach Blankensee und indem das Geschlecht seinen Sitz ändert, kommt auch um 1300 der neue Name: Herr von Heinrichsdorf auf (der andere grosse Dynast der T. Jüterbog war Herr v. Bocliow). Nach dem Lehnsbriefe von 15(18 zahlte die Gesamtgemeinde Niedergörsdorf 2 Wispel Koggen. NB. Dieser Lehnsbrief scheint nur eine Auffrischung einer früheren Belehnung zu sein, welche damals wegen der Übergriffe Treuenbrietzens nöthig war.

Erwähnt wird die Berghaide 1185, wo Wiclmiann dem Kloster Mönchnienburg 50 Weide- und Waldhufen in dem Walde Ztrekow seines Landes Jüterbog anwies; die Schenkung ist nicht angetreten worden und so blieb der Wald erzbischöflicher Besitz. In der Folge betrachteten die umliegenden Orte die Heide als ein Gemeingut. Sie lag auch wie ein Zankapfel zwischen dem brandenburgischen Brietzen, dem Kloster .Zinna, dem Amte Jüterbog und der Mark Heinrichsdorf; sie alle suchten die Haide als ihr Eigenthum zu gewinnen. Die Brietzener waren be­sonders rührig, ein altes Versehen, nach welchem sie dem Kloster Zinna Wind und Wasser bei ihrer Stadt überlassen hatten, wieder gut zu machen. Nachdem Brietzen 1428 das schöne Frohnsdorf, im Thale der Niiditz erworben hatte, suchte es sich nach Osten auszudehnen. 1452 liess Kurfürst Friedrich die Grenze regulieren. Das Fliess bei Bardenitz galt als Grenze; die Wendemark bei Clausdorf fiel dem Kloster zu. NB. Clausdorf hat einige Zeit zerstört gelegen und ist etwa im 30jährigen Kriege, wo hier die Schlacht bei Jüterbog tobte, untergegangen, später ist es von Friedrich dem Grossen wieder aufgebaut worden, welcher die schönen Bäume auf der Dorfstrasse angepflanzt hat, durch welche sich das Dorf vorteilhaft auszeichnet.

Auf der darüber liegenden Haide d. i. Berghaide hatten Brietzen und die Klosterdörfer Pechüle und Bardenitz gemeinsame Koppelweide und mit dem Kloster Koppeljagd.

An Holz gehörte zum Klosterdorf Clausdorf der Wald nördlich der Linie: Rehberg, Sandscholle, Kreuz am Wege nach Jüterbog; der südliche Teil nach Linde hin fiel Brietzen zu mit der Klausel: Sofern sich diese Stadt dasselbe zuziehe. Diese Klausel wollte sagen: Sofern Brietzen ein Recht dazu aufweisen könne; aber die brandenburgischen Brietzener verstanden dahin, dass sie nehmen könnten, was sie zu kriegen vermochten. Nun aber meldeten sich auch die Herren von Heinrichsdorf und das umso mehr, als ihre Pächter, die Niedergörs- dorfer, von den Brietzenern belästigt wurden. Diese nahmen den Niedergörsdorfer Hufnern das auf den Lehnshufen von Heinrichsdorf