Heft 
(1900) 9
Seite
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E. Zimmennann, Pfarrer.

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gewonnene Getreide fort und hinderten sie im Weiderecht. 1550. Das Klosteramt wiederum Hess 1501 Birkenholz auf der llaide schlagen, welche der Ileinrichsdorfer als sein Eigentum ansah. Darum fand 1561 durch eine Kommission eine örtliche -Besichtigung statt und es ergab ^ich von Niedergörsdorf aus diese Grenze: Es standen 11 Malsteine (Höfel) östlich der Mark Heinrichsdorf bis an die Landstras.se nach Bnetzen, dann die Strasse entlang bis zum eingegangenen Kreuz als Scheidung von Zinna. Ferner lagen 5 Höfel bis Peschöle, ein Höfel zwischen Brietzen und Linde, einer zwischen Linde und Heinrichsdorf. Hierdurch wurde der Teil, welcher zu Brietzen gehört hatte, von Ileinrichs- dorf in Anspruch genommen. Im folgenden Jahr 1501 fand eine neue Besichtigung statt und man nahm die Grenzbeziehungen von 1452 in Miterwägung. Nunmehr fand man folgenden Grenzzug: Von der Höhe der Mühle bei Bardenitz ein Viertelwegs an der Flur von Brietzen vor­über, dann links zwischen der Liebnitzer und Frohnsdorfer Mark durch, darauf am Wege von Brietzen nach Linde bis zur Wendemark bei Clausdorf vorüber, dann an der Mittelhaide (Berghaide) hinweg bis zum umgefallenen Kreuz. Die Brietzener waren mit dieser Entscheidung nicht zufrieden; sie wurden gewaltthätig, indem sie die Grenzsäulen umwarfen und nach Brietzen fuhren und die Weide verboten. Auch Zinna trat mit seinen Hechten schärfer hervor. Die Niedergörsdorfer hatten etwas Birkenholz abgehauen und mussten dafür 80 Thaler ans Kloster entrichten, auch Wagen und Pferde wurden ihnen beschlag­nahmt.

Das Amt in Jüterbog, bei dem sie Beistand suchten, Hess sie im Stich, weil es nicht erkannte, dass es im grössten Recht anf die Berghaide war; der Vogt aber von Zinna gab seinem Ziegler ein Stück Landes zum Aufreissen, genug, um 2 Pferde durchzubringeu. Dies Stück Land ist noch heute im Besitz der Kossäten von Dorf Zinna. Den Niedergörs- dorfern blieb nur die kleine Hache, dass sie dem Ziegler die aus­gehobenen Stubben wegfuhren. Die Herren von Heinrichsdorf beschwerten sich auch, aber die Stiftsregierung entschied für Zinna: Weil das Land in kündbarem Possess von Zinna gewesen sei. Der Ileinrichsdorfer war abgedrängt und mit ihrem Lehnsherrn auch die Niedergörsdorfer. Brietzen und Zinna des langen Haders müde, einigten sich zu gleichem Teile, doch ergab sich später, dass die Feldmesser sich versehen hatten und den Teil Brietzens doppelt so gross auswarfen. Ein Stück des Landes war nicht zur Teilung gekommen, weil Brietzen auch nicht das leiseste Recht hatte, es sich zuzuziehen, und um dieses Stück haben erbitterte Kämpfe unter den Hirten stattgefunden. 1706 kamen Abgeordnete von Brietzen auf 2 Wagen in Begleitung von 2 berittenen Amtsdienern zur Haide und trafen den Arntsschäfer von Jüterbog. Einer der Herren in braun-rötlichem Rock mit roter Perrücke und Haarbeutel hetzte die