Heft 
(1900) 9
Seite
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Dr. Gustav Albrecht.

Veräusserung des Altstädtischen Rathauses zu Brandenburg a. II. hat der Provinzial-Konversator Widerspruch erhoben.

Von den stattgehabten Restaurationen des in der Daiumvorstadt zu Frankfurt a. O. zur Erinnerung an den vom Herzog Leopold von Braunschweig beim Hochwasser 1785 unternommenen Rettungsversuch, der ihm das Leben kostete, in Sandstein errichteten Denkmals, sowie der in Sandstein ausgeführten Architekturteile an der Hoffront des Schlosses zu Coepenick und eines Altarschreines in der Kirche zu Dobbrikow wurde Mitteilung gemacht und ebenso von dem Funde einer dem Ende des 12. Jahrhunderts angehörenden gravierten Bronceschale auf dem Marktplatze zu Guben durch den Professor Dr. Jentsch daselbst.

Schliesslich wurden die von den Konservatoren, sowie von den Provinzial-Kommissionen und den Geschichts-Vereinen anderer Provinzen eiugegangenen Berichte über ihre Thätigkeit zur Kenntnis der Versammlung gebracht und Nachricht über die von dem Herrn Minister der geistlichen etc. Angelegenheiten und anderen Behörden und Personen der Provinzial-Kommission bezw. dem Konservator überwiesenen Druckwerke gegeben. B.

Am Werbellinsee.

Wanderfahrt der Pflegschaft des Märkischen Museums. Von Dr. Gustav Albrecht.

Das freundliche Städtchen Joachimsthal und die idyllischen Ufer des Werbellinsees wurden am 14. August 1898 von Mitgliedern der Pflegschaft des Märkischen Museums unter Führung des Herrn Geheimrats E. Friedei aufgesucht, um die vielen historischen Stätten der landschaftlich schönen Gegend in Augenschein zu nehmen.

Joachimsthal ist jetzt leicht von Berlin zu erreichen, da seit dem Jahre 1897 eine Zweigbahn von Eberswalde dorthin führt, die später nach Fürtenberg und Lychen verlängert werden soll. An den Dörfern Britz, Golzow und Alt-Hüttendorf vorüber führt die Bahn durch bewegtes Gelände Forst und Seen wechseln mit einander ab zwischen dem Grimnitz- und dem Werbellinsee hindurch nach Joachimsthal und Grimnitz. Die beiden Orte, Stadt und Dorf, bilden ein zusammenhängendes Ganze, und wenn man in Joachimsthal fragt, wo Grimnitz liegt, so erhält man die Antwort, Grimnitz beginnt, wo Joachimsthal aufhört, und umgekehrt.

Dem Dorfe Grimnitz wurde der erste Besuch abgestattet. Der auf einer kleinen Anhöhe liegende Friedhof enthält eine grosse Zahl verfallener Gräber mit alten verwitterten Grabkreuzen, unter denen besonders der Stumpf eines eisernen Kreuzes mit der Inschrift:

Durch Wilddiebe erschossen am 21. Oktober 1832