Am Werbellinsee.
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gestürzt wUre. Diese Annahme ist durch nichts erwiesen, viel wahrscheinlicher ist, dass das alte, beständig benutzte Schloss an der Westseite des Grimnitzsees der Schauplatz dieser Begebenheit war. Desgleichen wird der von Joachim I. 1529 mit den Pommernherzögen abgeschlossene Erb vertrag im westlichen Schlosse unterzeichnet worden sein und nicht, wie an obiger Stelle und auch sonst vielfach angenommen wird, in dem neuen östlichen Jagdschlösse. Wenn auch die betreffende Urkunde angiebt, dass der Vertrag in der „newen Kemnade an der Grimnitz“ abgeschlossen wurde, so kann damit ebensogut ein neuer Anbau, vielleicht der obenerwähnte Backsteinanbau auf Burg Grimnitz gemeint sein. Möglich, dass auch lehler mit dem östlich gelegenen Fachwerkbau nur diesen Anbau gemeint hat. Jedenfalls ist die Sache mit den beiden Jagdschlössern am Grimnitzsee noch ziemlich dunkel und bietet dem Geschichtsforscher Stoff zu weiteren Studien dar.
In der Nähe der Burg Grimnitz legte Kurfürst Joachim Friedrich im Jahre 1602 eine Glashütte an, damit die umfangreichen Holzbestände der Werbelliner Heide besser ausgenutzt werden könnten. Die Holzverwüstung war indes so gross, dass die Hütte 1607 wieder einging. Um die Hütte herum hatte sich inzwischen die Kolonie Joachimsthal angesiedelt und hier wurde im August 1607 mit Benutzung der verlassenen HUttengebäude eine Fürsten-
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Kirche in -Toachimst hal .