Dr. Gdstav Albrecht.
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schule gegründet, die durch die Gunst des Kurfürsten eine eigene Kirche, umfangreiche Baulichkeiten und zahllose Privilegien und Hinkünfte erhielt. Die Schule blieb bis zum Jahre 1636 in Joachimsthal, in welchem Jahre die Gebüude durch die Sachsen zerstört wurden, und wurde 1650 nach Berlin verlegt, wo sie lange Zeit in dej- Burgstrasse untergebracht war, wahrend sie jetzt in ihr neues Heim auf Wilinersdorfer Gebiet übergesiedelt ist.*) Durch die Fürstenschule und den häufigen Besuch des kurfürstlichen Hofes blühte Joachimsthal schnell empor und noch heut zeugen die sauberen Strassen und einfachen 1 Bluser von einer gewissen Wohlhabenheit der
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Brunolds Wohnhaus in Joachimsthal.
Bürger. Auf dem Joachimsplatz steht die unter Schinkels Leitung 1817—20 in Kreuzesform erbaute gothische Kirche und in ihrer Nahe so ziemlich an der Stelle der Fürstenschule die Praparanden-Anstalt.**)
*) Nähere Angaben über Joachimsthal und die Fürstenschule findet man in dem Aufsatze von Dr. Böttger im „Bär 1 1898 S. 245f.
**) Auf dem Joachimsplatz sollte auch das Denkmal des märkischen Sängers Brun old (D,J\ Meyer), der lange Zeit in Joachimsthal als Lehrer thätig war und dort im Kui>>m£ i894 starb, aufgestellt werden, und sicherlich hätte sich die Marmorbüste von dem buschigen Hintergründe der Anlagen vorteilhaft abgehoben. Nach dem Beschluss der Joachimsthaler Stadtväter ist aber der Rektorenberg gewählt und die Büste Brunolds dort am 18. Juni 1899 aufgestellt worden. Durch eine Friedenseiche ziemlich verdeckt und in Gesellschaft einer hohen Pumpe fristet hier der Dichter des „Haidegrab“ ein ziemlich verstecktes Dasein. Weshalb man nicht die Anlagen des Joachimsplatzes, in dessen Nähe sich Brunolds langjährige Wirkungsstätte befand, gewählt hat, ist ganz unverständlich. Oder aber, wenn schwerwiegende Gründe dagegen sprachen, weshalb wählte man nicht den nördlichen Abhang am Ufer des Werbeüinsees, wo Brunold so gern geweilt hat und dessen Aufstieg zum Andenken daran „Brunolds Blick“ getauft worden ist? Hier, im Angesicht des Sees, den er so sehr geliebt hat, hier wäre der richtige I’latz für das Brunolddenkmal gewesen-