Heft 
(1900) 9
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Am Werbellinsee.

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\ on Joachimsthal begaben sieh die Teilnehmer der Wanderfahrt nach dem \\ erbnllinsee, an dessen östlichem Ufer eine Wanderung nach Alten­hot angetreten wurde. Die herrliche Umgebung des Sees, die quellenreichen, bewaldeten Abhänge mit ihren tiefen Schluchten, die schönen Ausblicke auf den See an den mannigfachen Ausbuchtungen des Ufers, die verschieden­artige Färbung der umrahmenden Waldungen, in denen Laub- und Nadel­holz vielfach gemischt steht, gewähren ein unvergleichlich schönes Bild, und inan kann es wohl verstehen, dass die brandenburgischen Fürsten sich seit alter Zeit hier wohl gefühlt haben.

Der Werbellinsee ist seit jeher ein Liebling der Märker und besonders seiner Herrscher gewesen. An den Ufern des Sees hatten schon die askunisehen Markgrafen ihre Schlösser erbaut, um auf ihnen nach den Freuden der Jagd der Buhe zu pflegen und einen guten Trunk zu thun. Nach ihnen haben die hohcnzollernschen Kurfürsten oft dem

Jagdschloss Hubertusstock (Itücksoite.)

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frohen Waidwerk in dermerica Werbellin gehuldigt und noch heutigen Tages weilt unser Kaiser oft tagelang im neuen Jagdschlösse Ilubertus- stoek, um sich an der edlen Jägerei zu erfreuen. Der See zieht sich in­mitten'eines ausgedehnten Waldreviers von Norden nach Süden, 11 Kilometer lang und oft ^Kilometer breit, bogenförmig dahin und wird an der Ost- und Nordseite von ziemlich steil abfallenden, bewaldeten Höhen eingeschlossen, während sich an dem westlichen Ufer die wildreichen Jagdgründe der Schorf hei de ausdehnen. Der ca. 3010 Morgen grosse See ist an einigen