17. (8. ordentliche) Versammlung des IX. Vereinsjahres.
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offenen Meere zwischen Neuwerk und Helpoland sähe. Sollten sich die sich so weit erstreckenden 1 bis '/, Lachter hohen Tort'schichten in den auf- geschwemmten baltischen Lllndern alle pelagischen Ursprungs sein? Sind jene Depots von Meerespflanzen, welche den Kohlenstof! ersetzen, den die jetzige Vegetation uns versagt, aus der alten allgemeinen Wasserbedeckung oder aus einer splltcren Periode? Dies ist der Punkt, wo die Geschichte der Pflanzen im strengen Sinne des Wortes sich an die Geschichte des festen Krdkörpers anschliesst. Dass ich nicht annehme, aller Torf sei aus zusammcngehUuften Fucis entstanden, dass es frühere und spliterc Formationen, wie hei den Steinkohlen giebt, dass einiger Torf auf seiner jetzigen Lagerstclle wirklich erzeugt ist, erinnere ich nicht.“
Die 11 Experten sagen S. 255:
„Unter den Thatsachen, .welche für eine der seltneren Meinungen aufgestellt sind, mag nicht leicht eine von grösserer Hedeutung erscheinen als die, welche Alex. v. Humboldt nach einer Beobachtung im Linumer Moore bekannt werden Iicss. Das wichtige Resultat davon begegnet uns spliter als einzig in seiner Art in den Schriften Aller, die den berührten Gegenstand von neuem zu beleuchten Gelegenheit fanden. Leopold v. Buch hat es in den Eingang seiner Reise nach Norwegen*) aufgenommen und Hausmanns sp.'itere Äusserungen scheinen sichtlich dadurch bestimmt worden
Ost- und Nordseebädern uns allen sattsam bekannten Seetang, der zu den Crypto- gamen gehörig, zahlreiche Species umfasst. Der von Humboldt gedachte Zuckertang Laminaria saccharina Laras) variiert bei Helgoland ausserordentlich tErnst Halber: Helgoland. 2. Ausg. 1809. S. 201); er hat einen stielrunden oder wenig abgeplatteten Stamm aufwärts, welcher sich in einen bis zwölf Fuss langen, bis zwölf Zoll breiten, olivenfarbigen Blattkörper verlängert. Ich habe diese stattliche Tnngart häufig bei Helgoland in rnässig tiefem Wasser bis zur unteren Flutmarkc und höher hinauf gefunden. Wie ihn Humboldt bei Linum im Moor „frisch und unversehrt“ gefunden haben kann, bleibt völlig rätselhaft. Fast möchte man glauben, es habe sich jemand mit H. ein Spässchen erlaubt, gerade wie es ihm i. J. 1842 auf seiner wissenschaftlichen Keise nach dem Altai etc. erging: „In Gesellschaft von mehreren Marine-Offizieren und Bürgern machte ich (von Astrachan aus) eine Spazierfahrt auf dem kaspischen See. — Ich hörte bei dieser Gelegenheit von mehreren, welche den Alexander Humboldt auf seiner kurzen Spazierfahrt im kaspischen Meere begleitet, dass sie ihm, als er geschlafen, viel Salz in seine Krüge gethan hätten, welches er dann mitgenommen, um der Akademie der Wissenschaften in Berlin zu kosten zu geben, wobei sie dann ihr attisches Salz beimischen werden.“ — Theodor Freiherr v. Hallberg - Broi eh: Deutschland, Russland, Kaukasus, Persien 1842-1844. II. Teil. Stuttgart 1844 S. 23. — E. Fr.
*) Die interessante Stelle bei L. v. B-uch: Reise durch Norwegen und Lappland (vom 2. Juli 180fi ab unternommen) Berlin 1810 I. Teil S. 4 lautet: „Was die traurige, ich möchte sagen, geistlose Gegend zwischen Berlin und Hamburg für Beiträge zu liefern vermag, beschränkt sich auf einige wenige und fast unbedeutende Punkte. Auch dies Wenige fällt nur dem in die Augen, welcher mit der Topographie des Landes bekannt ist; dem Reisenden schwerlich. Wichtig sind freilich die Torfmoore bei Linum, fünf Meilen von Berlin und ganz nahe bei Fehrbeliin; aber wichtiger werden sie dem Erdforscher, wenn er erfährt, dass in diesem Torfe sich nicht selten Meerespflanzen finden.“