Heft 
(1896) 4
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Die Territorial-Entwickelung der Mark Brandenburg.

der jedoch, weil er 1387 König von Ungarn wird, die Mark an seinen Vetter

Jobst von Mähren (13881395')

gegen eine bedeutende Geldsumme verpfändet, welcher aber nicht selber, sondern durch Statthalter regiert und die Mark an seinen Schwager Wilhelm von Meissen (1395 1411) weiter verpfändet. Jobst stirbt 1411.

Während dieser Pfandherrschaft wurde die Neumark nach uud nach (von 13841410) an den deutschen Orden verkauft. Der übrige Teil der Kurmark war aber durch das Erpressungssystem der Statthalter, durch das Faustrecht der Raubritter, durch die Auflösung aller staat­lichen Ordnung verarmt und verwüstet und an den Rand des Verderbens gebracht. In diesem Elend wurde vom Kaiser Sigismund am 8. Juli 1411 der

Burggraf von Nürnberg, Friedrich VI. von Hohenzollern

Die Hohenzollern (von 1411 resp. 1415 ab), zum obersten Verweser und Hauptmann der Mark ernannt.

Der Kaiser soll hierbei zu ihm gesagt haben: ich wünsche Dir dazu Glück, Krieg und Widerwärtigkeit genug!

Von den Städten huldigte Berlin am 7. Juli 1412 dem neuen Fürsten. Der Bischof von Havelberg, der Landeshauptmann der Altmark und Priegnitz, Kaspar Gans von Putlitz, sowie verschiedene Mitglieder des Adels, verweigerten ihm die Huldigung, doch wusste der ritterliche Fürst den Trotz aller zu brechen.

Durch den Frieden von Perleberg 1425 muss Mecklenburg die be­setzte Priegnitz zurückgeben, die Pommern werden am Cremmerdamm geschlagen und die Streitigkeiten mit diesen im Vertrag von Eberswalde 1427 geregelt; die Burgen der Quitzows zu Friesack und Plauen zerstört.

Auf dem Konzil zu Konstanz am 15. April 1415 wird der Fürst als Friedrich I. (1415 - 1440)

feierlich zum Kurfürsten, Erzkämmerer und Markgrafen von Branden­burg ernannt, wie es in der Urkunde heisst: in Betracht der Redlichkeit dieses Fürsten, seiner Vernunft, Macht, Festigkeit und der sonstigen Tugenden, womit der allmächtige Gott seine Person reich geziert habe. Am 21. Oktober 1415 fand darauf die allgemeine Erbhuldigung statt.

Wegen öfterer Vertretung des Kaisers Sigismund und der Ver­waltung seiner fränkischen Besitzungen konnte Friedrich nicht dauernd seinen Aufenthalt in der Mark nehmen. Er starb am 21. September 1441 auf seinem Schlosse Kadolszburg bei Nürnberg, nachdem er schon im Jahre zuvor seinem Sohne Friedrich die Mark übergeben hatte. Bei Frisack, angesichts der ehemaligen Quitzowburg, wurde diesem ersten Hohenzollernfürsten unserer Mark ein Denkmcl errichtet, für dessen