Oie Territorial-Entwickelung der Mark Brandenburg.
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Zustandekommen auch der Vorstand unseres Vereins eingetreten war, und das bei der im Kerbst 1894 erfolgten Enthüllung durch die Anwesenheit unseres Kaisers Majestät, die Weihe empfing.
Es folgt
Friedrich II., der Eiserne (1440—1470).
Wie sein Vater die Macht des Adels, so bricht er die Macht der Städte; auch Berlin-Cöln wird hiervon betroffen.
Er erwirbt 1442 die Landschaft Lychen, 1462 die Herrschaften Kottbus, Peiz und Teupitz, auch Teile der Niederlausitz und nimmt 1455 von dem deutschen Orden gegen Zahlung von 40 000 Gulden die Neu- mark wieder zurück. Von da ab tritt eine dreiteilige Bezeichnung der Mark ein,
1. die Altmark, links der Elbe,
2. die Mittel- oder Kurmark, zwisch Elbe und Oder, bisher Neumark genannt,
3. die eigentliche Neumark, rechts der Oder.
Die Grenzen der letzteren gingen ursprünglich weiter nach Norden, bis über die Stadt Schievelbein hinaus.
Am Gehör leidend und durch Kummer gebeugt, legt Friedrich II. i. J. 1470 die Regierung nieder und stirbt 1471 auf der Plassenburg bei Kulmbach.
Ihm folgt sein Bruder
Albrecht, Achilles (1470—1486),
ein Fürst voll Geistesfrische und Tapferkeit. Er erwirbt 1479 die Herrschaft Schwedt mit Vierraden, und 1482 die Herrschaft Crossen, beide jedoch nur als Lehn.
Ihm folgt sein Sohn
Johann, Cicero (1486—1499).
Er erwirbt 1490 die Herrschaft Zossen. Wir kennen von ihm den Ausspruch: Vom Kriegführen halte ich nichts, sie bringen nichts Gutes, wo man nicht zur Beschützung des Vaterlandes und um eine grosse Unbill abzuwenden den Degen führen muss.
Ihm folgt sein Sohn
Joachim I., Nestor (1499—1535).
Unter ihm wird 1517 die ganze Neumark als erbliches Eigentum mit Brandenburg verbunden. Er erwirbt 1524 die Grafschaft Lindow- Ruppin; gründet 1506 die Universität Frankfurt a./O. und 1516 das Kammergericht zu Berlin. Im Vertrage zu Grimnitz erhält er die Erbfolge von Pommern zugesichert. Von seinen beiden Söhnen und Nachfolgern
Joachim II., Hektor (1535—1571) und
Johann von Küstrin
erhält ersterer die Altmark und die Mittelmark, letzterer die Neumark.