Heft 
(1896) 4
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Joachim bringt das Herzogtum Crossen, das seit 1482 Lehn war, als volles Eigentum zur Mark. In seine Zeit fallt das Emporkommen der Stände und die Einführung der Reformation. Er selbst tritt am 1. November 1539 zu Spandau zur lutherischen Kirche über. Er erhält 1509 die Mitbelehnung über das Herzogtum Preussen durch den König von Polen. Joachim stirbt am 3. Januar 1571, und zehn Tage später sein Bruder Johann.

Die nach dem Ableben Beider wieder vereinigte Mark erhält Joachims Sohn

Johann Georg (15711598).

Er erwirbt 1575 die Herrschaft Beeskow-Storkow; stiftet 1574 das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin.

Sein Sohn

Joachim Friedrich (15981608)

stiftet 1607 das Gymnasium zu Joachimsthal, legt den Finow-Kanal an.

Der Nachfolger

Johann Sigismund (16081619) erwirbt die Herrschaft Schwedt als volles Eigentlmm 1009.

Ihm folgt

Georg Wilhelm (16191640).

Unter diesem zaghaften und energielosen Fürsten fällt die Not des 30jährigen Krieges, der zum Krieg aller gegen alle wird und grosses Elend auch über die Mark bringt.

Erst seinem Sohne und Nachfolger Friedrich Wilhelm, dem grossen Kurfürsten (16401688) gelingt es, die zerrüttete Mark wieder aufzurichten. Er wird am 19. Sep­tember 1657 souverainer Herzog von Preussen, schlägt am 18. Juni 1075 die Schweden bei Fehrbellin, fügt 1648 den Luckenwalder Kreis der Mark an, der bisher zum Erzbistum Magdeburg gehörte, erwirbt 1680 das Land Sohwiebus als böhmisches Lehen, das aber 1695 dem Kaiser zurückgegeben werden muss und dann erst wieder durch Friedrich den Grossen zum zweiten Mal der Mark einverleibt wird.

Sein Sohn

Friedrich III. (1688-1713)

wird als Friedrich I. am 15. Januar 1701 König von Preussen. Dass er sich nicht König von Brandenburg nannte, beruhte auf seiner Stellung als Reichsfürst, denn der Kaiser hatte bei seiner Zustimmung ausdrück­lich verlangt, dass jene in keiner Weise durch die neue Würde berührt werden sollte.

Unter ihm und seinem Sohne und Nachfolger

Friedrich Wilhelm (17131740) treten keine Veränderungen in dem Gebietsbestande der Mark ein.