Pie Territorial-KntWickelung der Mark Brandenburg.
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Des letzteren Sohn
Friedrich der Grosse (1740—1786)
ein Held und Weiser zugleich, bringt, wie schon vorher erwähnt, den Kreis Schwiebus der Mark wieder zu und erhebt die Monarchie in die Reihe der europäischen Grossstaaten. Sein Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II. (1786—1797)
fügt 1793 den Ort Schermeisel, im Fände Sternberg, der Mark an, und dessen Sohne und Nachfolger
Friedrich Wilhelm 111. (1797—1840) gelingt es nach schweren Kämpfen, nicht nur die verloren gegangenen Gebiete wieder zu erwerben, sondern auch 1815 den Umfang der Mark zu erweitern durch Hinzufügung des bisher zu Sachsen gehörigen Wittenberger Kreises und von Teilen der Nieder- und Ober-Lausitz.
Hingegen wird von dem alten Umfange der Mark die Altmark sowie das Land um Ziesar der 1815 neugebildeten Provinz Sachsen zugeteilt.
In diesem Rahmen ist das Gebiet unserer Mark Brandenburg uns bis heute erhalten geblieben.
Wir wissen aber, dass im Anfange dieses Jahrhunderts unser Staat nahe daran war zertreten zu werden. Denn, Nacht kam über Preussen, Nacht, sieben Jahre Nacht! wie Scherenberg sagt, um aber gleich tröstend und ermutigend hinzuzufügen:
Wir geh'n darum nicht unter, sind wir auch mal verborgen,
Denn, je finsterer unsre Nächte, je heller un'sre Morgen!
Und der helle Morgen der Freiheitskriege brach an, König Friedr. Wilhelm III. erliess den Aufruf an sein Volk, und Th. Körner dichtete: „Frisch auf mein Volk, die Flammenzeichen rauchen!“
Und die Flammenzeichen rauchten und leuchteten bis in des Feindes Hauptstadt hinein; wir holten uns mit unseren verloren gegangenen Landen auch unsere uns geraubte Victoria wieder, und führten diese zurück im Triumphe zu der Stätte, die sie früher einnahm und die sie wieder einnimmt, und bei der seit jener Zeit noch manch anderer Siegesheimzug vorüber führte, unsere via triumphalis, „Unter den Linden,“ hinauf dem alten Hohenzollern Schlosse zu.
Ein geistreicher, aber schwer geprüfter Monarch, König Friedrich Wilhelm IV. hat einst die Entwickelung unseres Staates als ein Geschichte ohne Gleichen bezeichnet; ihm selber aber fehlte der Mut, die ihm 1849 von dem Frankfurter Parlament angebotene Kaiserkrone anzunehmen, obwohl damals ein Rauschen und Stimmen durch das deutsche Volk ging, als solle ein neuer Völkerfrühling hineinbrechen. Graf Auersperg, unter dem Dichternamen Anast. Grün bekannt, sang:
»Schmettre du Lerche von Österreich, hell von der Donau zum Rhein,
Juble, du kommest aus Morgenrot, ziehest in Morgenrot ein!"