34 Bericht über die ]. ausserordentliche Versammlung des 4. Vereinsjahres.
Bericht über die Feier des 3. Stiftungsfestes (I. ausserordentliche Versammlung des IV. Vereinsjahres)
am Sonnabend, den 30. März 1895
im Architektenhause, Wilhelmstrasse No. 92/93.
Eingeleitet wurde die Feier mit dem poetischen Gruss an die Brandenburgia, vorgetragen vom I. Schriftwart Herrn Ferdinand Meyer.
Ein Jahr — das dritte im Besteh'n der „Brandenburgia " —
Es ist im schnellen Flügelschlag der Zeit verschwunden;
Doch nicht umsonst ! Am Baume der Geschichte, dessen Stamm In vaterländ’scher Erde wurzelt, fest wie ihre Eichen,
Trieb fort und fort der frischbelaubte Zweig,
Mit Blüten und mit Früchten weithin sich erstreckend.
So überschritten wir die Schwelle eines neuen Jahr's.
Was es uns bringen wird, noch ist es ungewiss;
Doch seh’n mit Frohmut, den die Zuversicht verleiht,
Auch fernerhin der Zukunft wir entgegen
Und wirken fort am Webstuhl der Geschichte allbereit.
Heil, »Brandenburgia«, Dir auf deinen Forscherwegen !
Hierauf erhob sich der II. Vorsitzende, Herr Geheimrat Friedel zum Kaiser-Trinkspruch, indem er folgendes ausführte:
Hochansehnliche Versammlung!
Am heutigen Festtage blickt unsere „Brandenburgia“ — Gesellschaft für Heimatkunde der Provinz Brandenburg — auf eine dreijährige Wirksamkeit, wie wir sagen dürfen, nicht ohne Befriedigung zurück. Weit ausgesteckt ist unser Arbeitsfeld, da es ausser den mannigfaltigen natürlichen Verhältnissen unsres Landes und Bodens, auch noch die geschichtlichen Beziehungen desselben von der reichen Entfaltung des modernen Lebens bis zurück zu den Sitten, Gebräuchen, Sagen und den Altertümern der entlegensten Vorzeit umfasst, dennoch ist dies Gebiet bereits vielfach von uns in Angriff genommen worden.
Mitglieder und Freunde unserer Gesellschaft, darunter Gelehrte und Forscher von anerkanntem Ruf, haben uns unterwiesen, Altes neu erklärt, Neues neugelehrt. Bildliche Darstellungen und Gegenstände verschiedenster Art haben wir zur Besprechung und Erläuterung herangezogen und auch keine Mühe gescheut, uns auf unseren Wanderversammlungen und Wanderfahrten frische Quellen der Heimatkunde zu erschlossen. Zeugen dessen sind auf dem historischen Gebiete u. A.