Heft 
(1896) 4
Seite
36
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36 Bericht über die 1. ausserordentliche Versammlung des 4. Vereinsjahres.

Nach der Suppe toastete Herr Direktor Professor Dr. Zelle, der Bruder unseres 1. Herrn Vorsitzenden, auf den Fürsten Bismarck und feierte ihn als einen Berliner.

Weiterhin füllten heitere Lieder die Pausen während des Mahles. Entzückt wurde die Tafelrunde durch die Gesangsvorträge der Opern- und Oratoriensängerin Fräulein Charlotte Cronegg einer Schülerin von Frau Jaclnnann-Wagner. Die Arie aus demTannhäuser:Dich teure Halle grüss ich wieder, die Lieder:Neue Liebe von Rubinstein, dieLoreley von Liszt undKomm, wir wandeln zusammen im Mond­schein von Cornelius ernteten stürmischen Beifall, da das umfangreiche, biegsame Organ und der warme Ausdruck im Vorträge einen tiefen Eindruck machte. Auch Herr Vetter erntete für seine Liedervorträge reichen Beifall. Auch gemeinsam wurden eine Anzahl von Liedern ge­sungen, einmal die beiden unseres Mitgliedes des Herrn Geheimrats Liebenow, dasKaiserlied und derGruss an die Damen, weiterhin die beiden Lieder des Herrn Buchhändlers F. Müller, dessen Gattin zu unseren Mitgliedern zählt: dieKaiserstadt Berlin mit folgendem Vers: Weil im Antiken liegt der Wert,

Pflegts der Berliner Sinn;

Vergang'nes bringt ja, wenn mans ehrt,

Der Gegenwart Gewinn.

Was in Berlin und Brandenburg Von Anfang an geschah,

Entdeckt und forschet fleissig durch DieBrandenhurgia !

und dasRundlied auf die Brandenhurgia, dessen originelle Art des Abdruckes allgemeine Heiterkeit erregte.

Mit den Liedern wechselten die Trinksprüche ab. So feierte Herr Geheimrat Liebenow die Damen, und Fräulein Freytag trat ein für die gemeinsame Thätigkeit der Frauen und Männer bei der Lösung der grossen Kulturaufgaben. Herr Rechtsanwalt Brückner gedachte des Vorstandes und Herr Kustos Buchholz dankte den Künstlern sowie Herrn Ferdinand Meyer für seine Mühewaltung bei der Veranstaltung der Feier, die diesmal mit ganz besonderen Schwierigkeiten verbunden war. Herr Sanitätsrat Thorner übermittelte den Gästen den Dank der Brandenburgia.

Nach dem Schluss der Tafel. trat der Tanz in sein Recht, und fröh­lich klang das schöne Fest in der vierten Morgenstunde aus.