Heft 
(1896) 4
Seite
270
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einem ornamentirten Band lesen wir englische gereimte Verse, die ins Deutsche übertrage» folgendes aussagen:

Eidesformel.

Ihr sollt nach der Vorschrift Eurer Konfession schwören, dass Ihr niemals in der Ehe irgend euch vergangen habt seit Ihr vermählt seid als Mann und Frau, Euch weder durch Zank und Streit im Hause noch sonstwie im Bett oder am Tisch in That oder Wort beleidigt habt, und dass Ihr, seit der Geistliche des Kirchspieles sein Amen sagte, nicht wünschtet wieder unverheiratet zu sein oder innerhalb Jahr und lag in Gedanken es zu sein irgend bereutet, sondern dass Ihr einander treu bliebet und in denselben Wünschen, die Ihr hegtet, als Ihr Eure Hände über dem heiligen Buch vereinigtet. Wollt Ihr unter diesen Bedingungen furchtlos und ganz nach Eurem Belieben frei schwören, so sollt Ihr einen Schinken Bacons erhalten und ihn mit Freude, gut und gerne von hinnen tragen. Denn das ist unsere, in Dunnow wohlbekannte Sitte: Diese Sitte ist unser, Euer aber ist Bacons Schinken.

Diese Worte lassen ungefähr ahnen, worauf die humoristische Dar­stellung zählt. Nähere Angaben vermag ich jedoch nicht zu geben. Dies englische Tuch gehört dem vorigen Jahrhundert an. Es ist ge­zeichnet W. Sherwin sculp*

Satire und Scherz sind verwandt. Neben den satirischen giebt es auch scherzhafte Hrinnerungstiicher. Wir haben oben eins der Art kennen gelernt. Ein günstiger Zufall will es, dass die Forrersche Sendung ein Exemplar bietet und ich es Ihnen somit vorlegen kann. Fis betrifft den berühmten Herrn Schmidt mit seinen zwölf heiratsfähigen Töchtern. Aus der Anspielung auf Sir Walter Scott, der 1882 starb, und aus der ganzen Technik geht hervor, dass dies höchst gemütliche, echt deutsche Erinnerungstuch etwa den zwanziger, spätestens den dreissiger Jahren dieses Jahrhunderts angehört. Vgl. hierzu das S. 203 Gesagte.

Zum Schluss lege ich Ihnen drei Erinnerungstücher vor, die das Band der gemeinsamen Herkunft verbindet. Fis sind aus dem Orient stammende Stücke.

Eins davon von grünem Shirting ist nur zum Teil erhalten. Die Mitte des Tuches nahm ein von allerlei Blumen und Sträussen gebildeter in die buntesten Strahlen auslaufender Stern ein. Ihn umgaben Zwerge mit Blumen; auf ihnen sitzt ein Hahn mit aufgespannten Flügeln. Den Rand des Tuches nehmen an einem Wasser gelegene Häuser ein von unverkennbar orientalischem, indischem Charakter. Das Meer ist von Booten belebt. Die Ecken des Tuches waren besonders bemalt. Die eine, die noch übrig ist, nimmt ein Dampfschiff ein, vor dem mehrere Boote sichtbar sind. Geschlossen wird die Ecke von einer Rosette, die auf gelbem Grund arabische Schriftzeicheu zeigt. Solche Schriftzeicheu