12. (2. öffentl.) Versammlung.
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in Göttingen den Namen „liehe“ gab. Für diese neue Entdeckung erhielt Hencke von der philosophischen Fakultät der Universität Bonn das Diplom „Doktor der Philosophie und Magister der freien Künste“, von Friedrich Wilhelm IV. den roten Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife, von der astronomischen Gesellschaft in London das durch den jüngeren Uerschel Unterzeichnete Patent als Ehrenmitglied, und von der Pariser Akademie die durch Arago unterschriebene abermalige Zu- erkennung des Lalande’schen Preises für 1847.
Die Entdeckung der „Hebe“ war Hencke’s letzter Triumph, den er noch um 19 Jahre überlebte. Unermüdet setzte er bis an sein Ende die Beobachtung des Himmels und das Zeichnen der Sternkarten fort, beteiligte sielt auch, infolge ehrender Aufforderung, an den von der Berliner Akademie herausgegebenen Sternkarten, von denen er die Hora 22 bearbeitete, aber eine neue Entdeckung glückte ihm nicht. Mit wissenschaftlichen Aufsätzen hervorzutreten, verbot ihm seine lückenhafte Ausbildung, und deshalb veröffentlichte er nur zeitweis durch Berliner Zeitungen seine empirischen Beobachtungen über merkwürdige Sonnenflecke, Sonnen- und Mondfinsternisse, Kometen und Stern- schnuppenschwärme.
Dasselbe Jahr 1847, in welchem Hencke durch Entdeckung der „Hebe“ seinen letzten Triumph erzielte, wurde durch die unmittelbar darauf erfolgende Entdeckung der „Iris“ und „Flora“ durch Hind das an Planeteuentdeckungen reichste Jahr, das die Welt bis dahin kannte. Jedes fernere Jahr brachte die Auffindung neuer Planeten, und in den neunzehn Jahren bis zu Hencke’s Tode wurden deren allein 83 entdeckt! An diesen späteren Entdeckungen, welche jetzt auf über vierhundert angewachsen sind, hatte neben den Fachgelehrten auch mancher glückliche Dilettant seinen Hauptanteil, wie besonders der Maler Hermann Goldschmidt in Paris, welcher anfangs mit ähnlich primitiven Mitteln wie Hencke operierte.
Letzterem bleibt immerhin das Verdienst, den ihm von Humboldt beigelegten Titel des „Vaters der neuen Planetenentdeckungen“ dadurch verdient zu haben, dass er als der Erste wieder einen Planeten auffand, nachdem mau 88 Jahre lang vergeblich nach einem solchen geforscht, und auch von ihm gilt das Wort Thomas Carlyle’s; „Mensch, in Zeit eingekerkertes Symbol der Ewigkeit, nicht deine Werke, die alle sterblich, unendlich klein sind, und das grösste nicht grösser, als das geringste j sondern nur der Geist, in dem du wirktest, kann Wert oder Dauer haben.“
5. Herr Provinzial-Konservator Geh. Baurat Bluth berichtet über das Denkmal des Grossen Kurfürsten zu Rathenow.
Das Denkmal des grossen Kurfürsten zu Rathenow ist zur Erinnerung an die ITeldenthaten desselben, namentlich an die Schlachten zu