Heft 
(1896) 4
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14. (4- üffentl.) Versammlung des IV. Vereinsjahres.

Das im Jahre 1859 aufgelöste Comptoir in Stettin, von wo aus eigene Segelschiffe, darunter eine Fregatte, den Handel mit fernen Welt­teilen unterhielten. Hierüber existieren im Archive der Firma hoch­interessante Dokumente, laut denen im Jahre 1743 das französische Ministerium es ablehnte, der Fregatte einen Pass für die französischen Kolonien in Amerika auszustellen, wohin siedes provisions de bouche bringen und dafür Zucker, Kaffee und Indigo an Bord nehmen wollte. Der Einführung von Stabholz und polnischer Wolle in Bordeaux wurden jedoch im Jahre 1756 keine Schwierigkeiten mehr bereitet.

Das Comptoir in Breslau, welches hauptsächlich den Handel mit Wolle und Spiritus in Schlesien und Polen zu vermitteln hatte und erst im Jahre 1860 aufgelöst wurde in Folge der Errichtung der alljährlichen Wollmärkte in den grösseren östlichen Provinzstädten.

Die Mühlen in Bromberg, welche im Jahre 1842 an die König­liche Seehandlung in Berlin übergingen und noch heute von der­selben betrieben werden.

Die Spiegel-Manufaktur in Neustadt a. Dosse, aus welcher einige alte schöne Fabrikate die Innenräume des HausesGertraudten Str. 16 schmücken.

Die Stahl-Eisen- und Messing-Werke, Messerschmiede, Schleif- und Polir-Mühlen in Eberswalde, welche 1753 erbaut wurden, sowie die ebendaselbst auf dem Zainhammer e rrichtete Knochenmühle, welche am 24. Oktober 1866 abbrannte. Die Stadt Eberswalde verdankt überhaupt einen grossen Teil ihrer Blüte dem regen Interesse, welches die beiden Herren David Schickler, Vater und Sohn, ihr stets bewiesen haben. Auch ruhen beide daselbst auf dem Kirchhofe von ihrer reichgesegneten Arbeit ans.

Die im Jahre 1722 auf fiskalischem Grund und Boden in Spandau und Potsdam errichteten Gewehrfabriken, welche noch heute bestehen, aber 1852 in den Besitz des Staates übergingen in Folge eines Verbotes, durch welches den Privatpersonen die Fabrikation von Waffen damals untersagt wurde.

Die beiden, der älteren Generation noch wohlbekannten Zucker­siedereien in Berlin, von denen die eine, in der Holzmarkt-Strasse, am 11. Mai 1850 abbrannte, während die andere, in der Alexander- und jetzigen Schickler-Strasse gelegen, am 5. Mai 1855 ihr hundertjähriges Bestehen feierte und am 15. April 1871 durch den Besuch Ihrer König­lichen Hoheiten des damaligen Prinzen Wilhelm und des Prinzen Heinrich ausgezeichnet wurde.

Das Hauptgeschäft, welches durch Einziehen der Zweignieder­lassungen mehr und mehr vergrössert w urde, war stets, wie heute noch, in der Gertraudten Strasse No. 16. Der Grund und Boden wurde nach dem Brande der Petrikirche im Jahre 1733 von den Kaufleuten Split-