Heft 
(1897) 6
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3. (1. Arbeite-) Sitzung des VI. Vereinsjabres.

messen können; diese hat das eigenartige altertümliche Gepräge und Gepränge am reinsten bewahrt.

4. Die Berliner Blücher-Medaille.

Herr Dr. Gustav Sommerfeldt zu Rastenburg Ost-Pr., teilt 2 Separat­abdrücke ausSchlesiens Vorzeit 1897, S. 9194, bezw. S. 125127 über die Berliner Münz-Medailleure Anton Friedrich König senior und junior mit. Sonderbarer Weise ist es bis jetzt nicht möglich ge­wesen, nachzuweisen, von welchem dieser Medailleure, Vater oder Sohn, der Entwurf der berühmten Medaille von 181b herrührt, welche die Stadtgemeinde Berlin zum Gedächtnis der Thaten Blüchers in den Jahren 1812 1815 anfertigen liess. Nach den Ermittelungen Sommer- feldts wäre König jun. im JahreJ81b 22 Jahre alt gewesen und es ist, so meint Sommerfeldt, doch unwahrscheinlich, dass die Stadtverwaltung einem so jungen Manne diese wichtige Arbeit übertragen haben sollte. Oder aber die Angabe Königs über das Alter seines Sohnes in einer Eingabe an den Ausschuss der neuorganisirten Landwehr zu Berlin, worin er seinen angeblich zwanzigjährigen Sohn wegen Kränklichkeit auszumustern bittet, enthielte eine Unrichtigkeit. Leider enthalten weder die Akten des Magistrats noch der Königlichen Münze etwas Genaues über die Anfertigung der Medaille. Blücher erhielt 181b ein goldenes und zwei silberne Exemplare. Der betreffende Roh- und Feinstempel der Medaille befindet sich im Mark. Provinzial-Museum. Den Medailleur König sen. hält Sommerfeldt wieder aus anderen Gründen nicht für den ausführenden Künstler. Der Sohn wurde durch Erlass vom b. März 1824 zu Dresden als Graveur bei der dortigen Münze mit 500 M. Gehalt bei dreimonatlicher Kündigung angestellt.

Da nach den Etats der Kgl. Münze König jun. als Nachfolger des am 23. Juli 1811 verstorbenen Münzmedailleurs Ahrahamsohn zum Assistenten seines Vaters ernannt wird und es in einer an den Kgl. Münzmeister Unger am 20. April 1817 gerichteten Preuss. Finanz-Ministerialverfiigung heisst: Meine Absicht ist auch den König jun. flir das Münzmedaillenfacli weiter auszubilden und ihn auf Reisen, zuerst aber bei der Düsseldorfer Münze anstellen und beschäftigen zu lassen, wozu er jedoch nach dem ganzen Mechanismus, welchen das Stempelschneiden, Buchstabencinschla- gung pp. erheischt, unterrichtet werden muss. Diese Kenntnisse sich zu verschaffen, werden Euer Wohlgeboren daher dem König jun. Gelegen­heit geben.

so kann in der That doch nicht König jun. als Verfertiger angesehen werden.

Auf der Medaille seihst steht auf der Vorderseite: Dem Fürsten Blücher von Wahlstatt die Bürger Berlins im Jahr 181b und unter dem Kopf Blüchers Schinkel inv. König fecit. Auf der Rückseite zertritt