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3. (1. Arbeite-) Sitzung dee VI. Vereinsjahres.
b) Eine im „Archiv für Post und Telegraphie“ kürzlich erschienene Abhandlung, „Berlin vor hundert Jahren“, verdient in den Kreisen unserer „Brandenburgs“ Beachtung. An der Hand eines vollständiger Exemplars des bekannten Rosenbergsehen Kupferstichwerks aus der letzten Friedericianischen Zeit, das für das Postmusemn angekauft worden ist, wird der Zustand unserer Hauptstadt insbesondere bezüglich der Strassen und des Verkehrswesens beleuchtet und alles in Betracht gezogen, was nach diesen Richtungen aus den Bildern, sei es als Hauptdarstellung, sei es als Beiwerk, ersichtlich ist. Mit dem Verfasser vermissen auch wir in dem sonst reichen, den Strassenverkehr illustrierenden Beiwerk die Gestalt eines Briefträgers, wie überhaupt alles sonstige an den Postbetrieh Erinnernde, obgleich der letztere in Berlin damals schon seit mehr als 100 Jahren bestanden hatte.
6. Herr Busse, ein sehr thätiger Pfleger des Mark. Museums, übersendet die beiden folgenden Notizen, sowie darin beschriebene Fund- gegenstände :
a) Drei Blockhäuser und zwei Krüge aus einem derselben in Lainitsch-Wilmersdorf, Kreis Beeskow-Storkow.
Nach mehrtägigen Forschungen im August 1S!M> am Scharmützel- See und Umgegend, bei welcher Gelegenheit ich die Urnenfelder bei Diensdorf und Wilmersdorf untersuchte und bei Theresienhof ein Hügelgrab aufdeckte (siehe Verhandlungen der Berliner Anthropol. Gesellschaft im nächsten erscheinenden Heft) hörte ich von einem alten Bauer in Diensdorf, dass sich im nahen Wilmersdorf das älteste Haus der Umgegend befände. Ich liess es mir näher beschreiben und suchte es am andern Tage auf. Es liegt zwischen den östlich gelegenen Häusern Wilmersdorfs, nicht weit vom Dorf-Teich und gehört der Wittwe Poi.
Man erkennt die Wände, namentlich an der Front als die eines alten Blockhauses, das in einem erst später errichteten, aus Fachwerk erbauten Hause eingebaut ist. Deutlich sieht man noch H grosse, ein Fuss starke Balken übereinander liegen, 15 Fuss lang und am Ende mit ebenso vielen Balken kreuzweise verbunden, die Enden U/s Fuss hervorragend. Das Ganze ist weiss gestrichen. Vom Amtsvorsteher Schultze aus dem 1 km östlich von Wilmersdorf gelegenen Dorfe Lamitsch, den ich hier zufällig sprach, hörte ich, dass sich in Lamitsch auch noch zwei derartige Blockhäuser befinden, herstammend noch aus der Zeit vor dem dreissig- jährigen Kriege. Das ganze Dorf wäre damals bei einem Brande einge- äschert worden mit Ausnahme dieser beiden Häuser. Ich ging nun •nach Lamitsch, um auch diese Bauten aufzusuchen. Das eine gehört der Iran Musche-Schulzen und ist nicht so leicht als Blockhaus zu erkennen, da es mit Lehm- oder Kalk-Putz beworfen ist. Um so besser ist das andere erhalten und als Blockhaus zu erkennen. Sein Besitzer