3. (1. Arbeite-) Sitzung des VI. Vereinsjalires.
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Äheisst Reibsch. Sämtliche 4 Wände bestehen aus Balken, die an ']den Enden kreuzweise verlumden sind. Im Innern ist das Haus in 44 Räume geteilt. Rechts ist der Flur mit Herd, Thür zum kleinen 'Kellergelass, die Treppe nach dem Boden in der Ecke. Links ist die ■ßtube, dahinter noch eine Kammer und hinter dem Flur noch eine Vorrats-Kammer. Das Haus liegt an der früheren Hauptstrasse, die weiter ■nach Görzig führt. Bis vor 40 Jahren etwa war in demselben die Krug-Wirtschaft. Ich ersuchte den Besitzer des Hauses, mich nach dem Boden zu begleiten, die Frau wollte dies verhindern, doch weiteres Bitten half. Hier entdeckte ich in einer Ecke zwei alte ganz verstaubte Krüge, die ich unten am Brunnen reinigte und wert hielt, mitzunehmen Die Krüge stammen wahrscheinlich aus dem 10. Jahrhundert und waren mit JJeckeln versehen, die aber jetzt fehlten. Beide Gefässe haben Henkel, fler kleinere Krug ist mit einer nach oben stehenden, 3 cm langen Tülle ■Versehen. Der grössere ist 30 cm hoch, grösste Weite beträgt 20, der poden hat 11, die Oetfnung 0 cm im Durchmesser. Der Henkel desselben Ist 12 cm hoch und 2 1 /a cm breit, der Krug ist sehr schön ornamentiert. Won oben bis 7 cm tief herab befinden sich 12 wagerechte Kehlstreifen, Jwovon 5 Aehnlichkeit mit dem alten Schnur-Ornament zeigen. Der jBauch des Gefässes in Höhe von 12 cm ist in 3 Halbkreise geteilt, tleder derselben zeigt in der Mitte ein Blatt-Ornament, von jeder Seite imit einem doppeltgestrichenen Viereck umstellt, das wiederum mit 10 eingeritzten kleinen Kreisen umgeben ist. Dicht herumstehend sind noch |0 Gruppen, je aus 3 kleinen solcher Kreise gebildet. Zwischen den Halbkreisen befindet sich eine Stern-Figur, auch mit 10 kleinen Kreisen umwogen, unten und an den beiden Seiten dieser Figur sind nochmals einige «Gruppen kleiner Kreise. Unter diesem Bauch-Ornament ziehen sich ^wieder 5 wagerechte parallele Kehlstreifen herum, wovon 2 das Sclmur- lOrnament zeigen und unter diesen Streifen ziehen sich senkrecht zum loden schräge Facetten.
Dei’ kleinere Krug hat eine Höhe von 21 cm, grösste Weite be- 10, Öffnung 7, Boden 9 cm, der Henkel ist 9. cm hoch, 2 cm breit und 4 cm abstehend. Am Hals befinden sich drei wagerechte Kehlstreifen und am Anfang des Bauches, da wo die Tülle angesetzt wird, sind 8 solcher Streifen, wovon 3 senkrecht gestricht sind. Der Bauch ist schwach gerieft. — Beide Krüge waren mit einer noch erkennbaren braunen Glasur versehen, der grössere war mit einer Hanfschnur um- bunden, woran man die ausserordentliche Festigkeit bewundern muss, sie diente wohl zum Tragen des gefüllten Kruges. —
Ich möchte bei dieser Gelegenheit aufmerksam machen, dass es sich wohl lohnt, diese Blockhäuser photographisch aufzunehmen oder zu zeichnen. Mir fehlte dazu die Zeit und es regnete zu stark. Denn lange wird es nicht mehr dauern, dann verschwinden diese alten Bau
trägt