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Altberlinische Stätten.
genannt. Nach Erweiterung der Stadt lagen Hospital und Kirche sowie das angrenzende Predigerhaus (Spandauerstrasse No. 2), nebst einer zur Empfangnahme milder Gaben für die von des Alters Bürde gedrückten Hospital-Insassen männlichen und weiblichen Geschlechts bestimmten Klause mit Heiligenbild und „ewiger Lampe“, in dem von der Stadtmauer gebildeten Winkel zwischen der Spree und dem Spandauer Thor.
Auf unserm Bilde aus den vierziger Jahren führte die lleilige- geistgasse vorüber an dem kleinen Garten des Hospitals — zur Linken an die einmündende Heiligegeist-Strasse, welche als ursprüngliche Verbindung des Hospitals mit dem Nikolai-Viertel die Bezeichnung „Nach dem Heiligen Geist“ erhielt, — und ging dann in einem Knick mit geringerer Breite gegen die Spree herab. In diesem Teil standen einige Fischerhäuser, während am Ausfluss eines vom sumpfigen Ufer durch •die Heiligegeiststrasse sich hinziehenden Spreearines der sogenannte „Wursthof“ lag. Es war dies das älteste Berlinische Schlachthaus, während das Köllnische auf dem heutigen Grundstück an der Fischerbrücke No. 24 (einem damals noch freien Platze am Spreearm) sich befand. In Folge der grenzenlosesten Verkommenheit beider auf Pfählen im Wasser errichteten Schlachthäuser (in dem Berlinischen brach 1792 ein Geselle mitsamt dem Ochsen durch den Fussboden und stürzte in die Spree) wurde die ganze Einrichturg fraglich und beide Schlachthäuser gingen durch Ministerialbefehl vom 5. Juni 1810 ein.
Inzwischen hatte der „Armenhof“ eine Zeit lang auch als „Stadthof“ zur Unterbringung der Ratspferde und -Wagen sowie der Ackergerätschaften gedient. Im Jahre 1720 erlitt das Kirchlein durch das Auffliegen des alten Pulverturms am Spandauer Thor arge Beschädigungen; dann musste 1816 der Turm abgetragen werden, und in den sechziger Jahren erfolgte die Renovierung des Gotteshauses in seiner jetzigen Gestalt.
Auf einem Teil des Hospitalkirchhofs hatte der bekannte Bankier Itzig, unter Hinzuziehung einiger Fischerhäuser, zu Ende des siebenjährigen Krieges das stattliche Haus in der Burgstrasse sich erltauen lassen. Es fiel 1880 dem Erweiterungsbau der Börse, zum Opfer. Gleichzeitig erfolgte der Abbruch des mit seiner hohen Giebelfront in der Heiligegeistgasse aufragenden Eckgebäudes, Heiligegeiststrasse No. 1, dessen Besitzer zu Anfang des vorigen Jahrhunderts der Geheimerat v. d. Osten war. Hier entstand das bis zum Hospital sich hinziehende lelegraphengebäude der Börse, wodurch und zur Erweiterung des Börsengebäudes der zur Burgstrasse hinführende Teil der Heiligegeistgasse einging. Als Ersatz für dieselbe erfolgte die Anlegung der „St. Wolfgangstrasse“, die ihren Namen durch Kabinets-Ordre vom 19. August 1885, und zwar aut Wunsch des Kronprinzen Friedrich erhielt, damit