Altberlinieche Stätten.
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Gedenken wir noch der Entstehung des Stralauer Kirchleins mit
(seinen Überresten von Glasmalereien aus uralter Zeit, so ist bisher stets auf Nicolai verwiesen, welcher kurz angiebt: sie ist 1464 erbauet. Die Quelle, aus der er dies entommen, ist das „Clironicon Berolinense“ des Konrektors am Joachimsthalschen Gymnasium, Pustius, welcher 1686 an dasselbe berufen wurde. Derselbe meldet: A. 1464 ist die Kirche |Stralilo erbauet und der Thurm gefertiget worden sub Pontifice Pio II. nno ejus VI.
Eine Radierung von Bolt zeigt uns das Kirchlein mit dem früheren 'urmbau.
Ein pittoreskes Bild gewährte der noch vorhandene alte Mühlenraben. Seitwärts von der Spreestrasse her, zieht er sich als ein Ausrufer des Spreearms (heutigen Schleusenkanals), vor einigen Jahrzehnten och eingezwängt von einem Konglomerat der zu den Häusern der rüderstrasse und „An der Schiente“ gehörigen Buden, Badezellen und Vasclibänken in einem Bogen entlang; vorüber auch zur linken an einem erwilderten Garten, dessen mächtige Baumäste sich weit über die Quai- lauer streckten. Dann entschwand er den Blicken, durch eine mächtige Völbung unter dem nach der Schleusenlmücke zu gelegenen Teil der techbahn seinen Lauf fortsetzend, um schliesslich bei den damaligen Verderscheu Mühlen wieder in die Spree zu münden. Zur rechten im Untergründe des Bildes ragt die imposante, 1848 in ihrem Äussern 'ollendete Schlosskuppel auf, vom Strassenptlaster bis zur Spitze des vreuzes in einer Höhe vou 225 Fuss.
1848—1448! Damals durchtobte ebenfalls ein Aufruhr die Stadt, ls Kurfürst Friedrich 11. seinem Hofrichter Balzer Hake den Auftrag rteilt hatte, die Schleusen beim Werder — der vom Mühlengraben und lein Spreearm gebildeten Insel „Freiheit auf dem Werder“ — wieder zu chützen. In der voraufgegangenen Revolte hatte man nämlich durch as gewaltsame Aufziehen der Schleusen den begonnenen Schlossbau des Eisernen“ Friedrich auf dem damals noch tiefer gelegenen Terrain unter Vasser gesetzt.
Verfolgen wir nunmehr die unmittelbare Umgebung des Mühlen- rabens in ihren vielfachen Wandelungen.
Von dem stark befestigten Teltower (späteren Gertrauden Thor an er gleichnamigen Brücke) zog sich die alte Köllnische Stadtmauer weiter ach der heutigen Spreestrasse her, die im 16. .Jahrhundert einen Gang nldete, aut dem man bei Feuersgefahr zum Wasser gelangen konnte, us der anfänglichen „Neuen Gasse zur Spree“ wurde dann das „Spree- ässlein“, die „Spree-Gasse“ und seit 1862 die „Spree-Strasse“. Von enem furm lief die Mauer diesseits des Mühlengrabens entlang, wo ein weiter Turin beim heutigen sogen. Roten Schlosse stand, von dort in
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