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Altberlimeclie Statten.
„Von Gottes Gnaden Wir George Wilhelm pp. bekennen hiermit vor uns, unsere Erben und nachkommende Markgrafen und Churfürsten zu Brandenburg, thun auch kund jedermänniglich, dass uns der Wohhvürdige und Wohlgeborene, unser Geheimbter Rath, Ober-Cämmerer, besonders lieber und getreuer Herr, Adam Graf zu Schwartzenberg, des Ritterlicheu Johanniter-Ordens in der Mark, Sachsen, Pommern und Wendland Meister, Herr zu Ilohen- Landsberg pp., unterthänigst zu erkennen gegeben, dass er bei seiner Behausung allhier zu Cölln keine bequeme Gelegenheit hätte, da er sein Holz und andere Sachen verwahrlich setzen könnte: daher gebeten, Wir möchten ihm, dass er den Ort von seinem Hofe an, so er zuvor zu einer Renn- oder Stechbalm angerichtet, zwischen der Stadtmauer und dem Ausgang der Spree bis au den Thurm, so an St. Gertruden-Thor stehet, mit einer Wand am Wasser (also am Mühlengraben) verwahre und zum Ilolzplatz gebrauchen möchte, in Gnaden concediren und verwilligen; dagegen er erbötig, über den Ausfluss, so aus der Stadt durch obberührten Ort ins Wasser gehet, ein geraumes Gewölbe sehliessen und also versehen zu lassen, dass solcher Ausfluss der Stadt zum Nachtheil nicht sollte verhindert werden“ etc.
Zuvor hatte der Kurfürst das Gutachten seiner Amtskamnier- Räte erfordert, worin es u. a. heisst, dass die Stadt von dem abzutretenden Platz nur schlechte Nutzbarkeit habe, denn es könnten daselbst nur etliche wenige Stücke Leinwand gebleicht werden. Dagegen aber „verspürten“ sie, dass derselbe „Gräfl. Gnaden zum Nachteil ziemlich gemissbraucht worden, indem sich etzliches Gesindlein dasei listen bisweilen findet, so Musqueten und Rohre auf Ihrer Hochwürden und Gnaden Tlniren und Rennbahn lösen, also, dass leicht dadurch Jemand könnte durch einen Schuss verletzet und in Gefahr seiues Bebens ge- rathen, wie wir denn unterschiedliche Male Musqueten und Kugeln in der Thiire steckend, etliche aber, dass sie ganz durchgegangen, gesehen pp. Welches Ew. Kurfl. Durchlauchtigkeit wir unterthänigst referiren sollen, Dieselben nebst Dero Hochgeliebte Gemahlin, junge Herrlein und Fräulein in Gottes gnädige Beschützung und uns zu Dero beharrlicher Cliurtl. Dulden gehorsamst empfehlend. Geben Cölln an der Spree, am 8. September 1634.
Ew. Clmrfl. Durchlaucht unterthänigst gehorsamste
Amts-Cammer-Räthe Johann von Willmerstorff.
Petrus Fritze. Weiller.“
Als Berlin im Jahre 1639 von der Schwedengefahr bedroht wurde, liess Schwarzenberg auch den Mauerturm bei der Spreegasse zum Teil abtragen und mit Geschütz armieren.