Heft 
(1897) 6
Seite
36
Einzelbild herunterladen

36

Altberlinische Statten.

Von Gottes Gnaden Wir George Wilhelm pp. bekennen hier­mit vor uns, unsere Erben und nachkommende Markgrafen und Churfürsten zu Brandenburg, thun auch kund jedermänniglich, dass uns der Wohlwürdige und Wohlgeborene, unser Geheimbter Rath, Ober-Cämmerer, besonders lieber und getreuer Herr, Adam Graf zu Schwartzenberg, des Ritterlicheu Johanniter-Ordens in der Mark, Sachsen, Pommern und Wendland Meister, Herr zu Ilohen- Landsberg pp., unterthänigst zu erkennen gegeben, dass er bei seiner Behausung allhier zu Cölln keine bequeme Gelegenheit hätte, da er sein Holz und andere Sachen verwahrlich setzen könnte: daher gebeten, Wir möchten ihm, dass er den Ort von seinem Hofe an, so er zuvor zu einer Renn- oder Stechbahn angerichtet, zwischen der Stadtmauer und dem Ausgang der Spree bis au den Thurm, so an St. Gertruden-Thor stehet, mit einer Wand am Wasser (also am Mühlengraben) verwahre und zum Ilolzplatz ge­brauchen möchte, in Gnaden concediren und verwilligen; dagegen er erbötig, über den Ausfluss, so aus der Stadt durch obberührten Ort ins Wasser gehet, ein geraumes Gewölbe schliessen und also versehen zu lassen, dass solcher Ausfluss der Stadt zum Nachtheil nicht sollte verhindert werden etc.

Zuvor hatte der Kurfürst das Gutachten seiner Amtskammer- Räte erfordert, worin es u. a. heisst, dass die Stadt von dem abzu­tretenden Platz nur schlechte Nutzbarkeit habe, denn es könnten daselbst nur etliche wenige Stücke Leinwand gebleicht werden. Dagegen aber verspürten sie, dass derselbeGräfl. Gnaden zum Nachteil ziemlich gemissbraucht worden, indem sich etzliches Gesindlein dasei listen bis­weilen findet, so Musqueten und Rohre auf Ihrer Hochwürden und Gnaden Thüren und Rennbahn lösen, also, dass leicht dadurch Jemand könnte durch einen Schuss verletzet und in Gefahr seines Lebens ge- rathen, wie wir denn unterschiedliche Male Musqueten und Kugeln in der Thüre steckend, etliche aber, dass sie ganz durchgegangen, ge­sehen pp. Welches Ew. Kurfl. Durchlauchtigkeit wir unterthänigst referiren sollen, Dieselben nebst Dero Hochgeliebte Gemahlin, junge Herrlein und Fräulein in Gottes gnädige Beschützung und uns zu Dero beharrlicher Churtl. Dulden gehorsamst empfehlend. Geben Cölln an der Spree, am 8. September 1634.

Ew. Churfl. Durchlaucht unterthänigst gehorsamste

Amts-Cammer-Räthe Johann von Willmerstorff.

Petrus Fritze. Weiller.

Als Berlin im Jahre 1639 von der Schwedengefahr bedroht wurde, liess Schwarzenberg auch den Mauerturm bei der Spreegasse zum Teil abtragen und mit Geschütz armieren.