Heft 
(1897) 6
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14. (5. ordentl.) Versammlung des VI. Vereinsjahres.

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die saure Pressbutter, da auch sie nicht frische Butter längere Zeit zu konserviren vermochten, bevorzugt. Man findet Überreste der altirischen Butter in jenen wunderbaren Torfmooren des Smaragdeilandes, welche ähnlich dem Wüstensand und der Wüstenluft Egyptens unzählige leicht vergängliche Dinge wohl bewahrt haben und bereits seit mehr denn hundert Jahren von kundigen Liebhabern und Gelehrten darauf hin kon­trolliert und genau durchforscht sind, woran wir Brandenburger, welche die von den Linumer und anderen Torfstichen gebotenen Gelegenheiten leider in der sträflichsten Weise zum Schaden der Wissenschaft ver­nachlässigt haben, uns ein Beispiel für die Zukunft nehmen sollten.*)

In verschiedenen Mooren Irlands hat man Torf-Butter, Bog-Butter, von den Chemikern mitunter alsmineral-tallow bezeichnet**), ausge­graben, von welcher merkwürdigen Essware ich mehrere Stücke im Museum der K. Irischen Akademie zu Dublin gesehen habe. Die Butter ist in Folge vielhundertjährigen Lagerns im Torf in eine harte gelbliche Masse, ähnlich dem Leichen wachs (Adipocere) oder, angenehmer zu denken, ähnlich altem, trocknem Stilton-Käse verwandelt. Die Torf butter wird gewöhnlich in Holzgefässen aus einem Stück, ähnlich Meth-Gefässen (methers) oder Fässchen (firkins) gefunden. Die Torf butter wurde zu­erst in Irland 173(5 als Merkwürdigkeit erwähnt. Sie kommt gewöhn­lich in grosser Tiefe und in alten festen Torfmooren vor, die zum Teil ins Altalluvium und den älteren Abschnitt der Neusteinzeit zurück­reichen. Diese Butter ist entweder auf dem Grunde aufgestellt in da­mals jungen Mooren oder über der ältesten Torfschicht in späteren Zeiten, in beiden Fällen absichtlich, um die Butter zur Konservierung dem Einfluss der Moorsäure zu unterwerfen. Wahrscheinlich war auch diese Butter vorher gepresst, daher ihre grosse Festigkeit. Ein Stück der Museumssammlung wurde 9 Fuss unter der Oberfläche in Grallagh- bog bei Abbeyleix, Queens County, ausgegraben. Ein anderes Stück, eine harte gelblich-weisse Masse, gleich altem Stilton-Käse und im Ge­schmack dem Walrath (Spermaceti) ähnlich, wurde in einem doppel- henkligen Gefäss, 9 Zoll hoch, 5 breit aus Weidenholz, gefunden, in Ballyconnel-bog, Grafschaft Donegal, 15 Fuss unter Terrain. Ein recht ansehnliches anderes Stück wurde 18 Fuss unter der Oberfläche in der Grafschaft Kilkenny ausgegraben.

Deutschland zerfällt wiederum, wie angedeutet, nach Nord und Süd gesondert bezüglich der Butter in zwei völlig verschiedene Gebiete, so­wohl vom wirtschaftlichen wie kulturgeschichtlichen Standpunkt aus. Nicht einmal das WortButter wird in Deutschland gleichmässig be-

*) Audi in schottischen und färoerischen Torfmooren ist Torfbutter gefunden worden.

**) Vgl. Wilde, Catalogue of the Antiquities of animal materials and bronze in tlie Museum of the Royal Irish Academy. Dublin, 1861, p. 267.