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14. (5. ordentl.) Versammlung des VI. Vereinsjahres.
10. Novmber 1895. In der Leipziger - Strasse wurden in dieser Woche „getrüffelte Schnecken“ feilgeboten, 8 Stunden mit der Mündung auf heisse Platten zu legen. Farce von Weinbergsschnecken (also gehacktes Schneckenfleisch) mit Trüffel - Schnittchen in das Schnecken- gehäuse gefüllt, das Stück 20 Pfg., das Dutzend 1,50 M.
Auch in diesem Winter — weil die kalte Jahreszeit, wie wir gleich sehen werden — gerade wie beim Kaviar die eigentliche Konsumzeit für Schnirkelschnecken — wurden die Helix pomatia teils lebend mit dem Winterdecke], teils abgekocht und zubereitet wieder als Delikatessen angeboten.
Ob die Nachfrage eine grosse ist? Nach einer auf den Markthallenverkehr sich stützenden Mitteilung unseres erfahrenen Mitgliedes Oskar Micha — Nein! Schade, denn wir brauchten die essbaren Weinbergschnecken nicht aus Burgund zu beziehen, wir könnten Millionen aus der weiteren Umgegend Berlins heranschaffen. Freilich müssten die Tierchen gehegt und gepflegt d. h. ordentlich gemästet werden, um mit den rheinischen und französischen Escargots den Wettbewerb eingehen zu können.
Ich kann meinerseits vom Standpunkt der Heimatkunde nur dringend wünschen, dass der Landschneckenkonsum bei uns zunehme und diese nahrhafte Kost ein Bestandteil der Volksnahrung werde. Ich bitte deshalb, doch wenigstens Versuche selbst zu machen und solche in weiteren Kreisen anzuregen. Aus diesem Grunde füge ich aus dem berühmten Audotschen Kochbuch, 61. Aufl. Paris 1883, S. 330 zur „Verschönerung“ unserer Weinbergsschnecke 2 treffliche Rezepte bei.
Escargots. (Entrée.) Mettez-les 15 ä 20 minutes dans une eau bouillante avec une poignée de cendres, tirez-les alors de leurs coquilles; faites-les bouillir encore 10 minutes dans de l’eau et du sei, en les remuant pour les bien nettoyer. Faites les egoutter et les accommodez à la poulette, en y ajoutant vin blanc et bouillon, Champignons, bouquet de persil: faites cuire, retirez le bouquet et liez de jaunes d’oeufs: servez bien chaud.
Autre à la bourguignonne. Essuyez-les, ainsi que les coquilles. Hachez fin Champignons, persil, échalotes, ail, que vous maniez avec beurre, sei, poivre, et mettez un peu de cette pate dans chaque coquille, puis l’escargot, et remplissez de meme en unissant le dessus. Placez- les tous les uns à coté des autres sur une tourtière ou un plat où vous avez verse un verre de vin blanc; faite cuire demi-heure feu dessus et dessous: servez.
Schon angedeutet habe ich, dass unsere wilden Weinbergschnecken gepflegt werden müssten, um schmackhaft zu werden. Das geschieht in den Schneckengärtchen im Grossbetrieb, aber auch im Kleinbetrieb, wie mir u. a. von unseren Soldaten erzählt worden ist, die bei der