Heft 
(1897) 6
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17. (7. ordentl.) Versammlung des VI. Vereinsjahres.

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Dergl. Fischschuppen, bei uns gewöhnlich Karpfenschuppen, werden noch jetzt sehr häufig, auch in Berlin, in den Geldbeuteln getragen: nützen sie nichts, so schaden sie nichts, aber es ist doch angenehm und besser sie bei sich zu tragen! Ich vermute, dass der Aberglaube von der slavisehen Bevölkerung herrührt, in den slavenfreien Teilen Deutschlands scheint er nicht heimisch und auch in manchen Gegenden, wo zwar auch Slaven gesessen haben, die Regermanisierung aber eine viel gründlichere geworden ist, kennt man die Sitte nicht, z. B. nicht in Neuvorpommern, Rügen, Mecklenburg, Holstein. Auch in Ostpreussen unbekannt, b) Aus dem Pflanzenreich.

MM. B. MII. 1182 der anliegenden Tafel, Holzpflock zum Bannen von ansteckenden Krankheiten (Kopfrose, Masern, Scharlach? Pocken u. dgl., sowie von Wechselfieber) wird in junge kräftige Bäume mit einer Bannformel hineingetrieben. Wer den Pflock herauszieht, auf den gellt die Krankheit über. Nimmt man an, dass bei Krankheiten welche anstecken, von dem Ansteckungstoff etwas auf den Pflock auf­geschmiert ist, was Vorkommen soll, so ist die Ansteckungsgefahr wirk­lich zeitweilig vorhanden. Bei Wechselfieber natürlich nicht. Wer einen dergleichen Pflock sieht und die Sache kennt, hütet sich wohl denselben herauszuziehen. Er nimmt aber wohl einen Stock von der Erde, zerschlägt den unheilbringenden Pflock und wirft den zum Schlagen benutzten Stock von sich. Von mir bei einer Excursion des Märkischen Museums einem Baum an einem ziemlich frequenten Fusspfad zwischen Kemnitz und Werder bei Potsdam entnommen.

Ausserdem wurde ein prächtiger Hexenbesen von der Kiefer, Pinus silvestris, stammend vorgelegt, welcher von einem alten Baum aus der Forst bei Potsdam stammt und dem Märkischen Museum vor zwei Tagen durch die Güte des Herrn Gartendirektors Hampel verehrt worden ist. Dies Exemplar desDonnerbusches, M. M. A. II. 2435, ist viel stäiker und älter als das Brandenburgs IV. S. 293 abgebildete, welches von einem jüngern Baum herrührt und daher längere Nadeln hat, während der vorgelegte Hexenbesen, weil von einem Veteran stammend die kurzem Nadeln der bejahrten Kiefer aufweist. Der Potsdamer Hexenbesen ist der Artdränge und kraus gewachsen, dass ein baumwohnender Nierfüssler, nach Dr. Karl Bolles Meinung vielleicht ein Baummarder, darin sein Nest aufgeschlagen hat, mit mehren Schlupflöchern, wie deutlich ersichtlich. Wegen der botanischen und volkskundlichen Be­deutung des Ilexenbesens sei auf Brandenburgs IV. 289, 311, 363 und 2, 41 verwiesen.

c) Aus dem Steinreich.

I. Versteinerungen.

Gross ist die Zahl der sogenannten Krötensteine, welche als ialisniane in Berlin, der Provinz Brandenburg und vielen, vielleicht allen,