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17. (7. ordentl.) Versammlung des VI. Vereinsjahres.
Teilen von Deutschland benutzt werden und infolgedessen sehr geschätzt sind; dasselbe gilt von den Donnerkeilen oder Donnerkielen. Am Strand unserer Ostsee- z. Teil auch unserer Nordseeküste wird nichts eifriger gesammelt, als der Krötenstein und der Donnerkeil, welche das Meer auswirft, es ist dies ein Rest der den meisten unbewusst gewordenen Wertschätzung, welche man früher ganz allgemein diesen Versteinerungen als Talisman beimass.
Die meisten dieser bei uns also benutzten Versteinerungen gehören der in Rügen vertretenen weissen Mukrouaten- oder Schreibkreide an. Die Kröte trotz ihrer widerlichen Gestalt oder vielleicht gerade deshalb, gilt als segenspendend. Dies ist, wie wir sahen, auch auf die Schildkröte übertragen. Im Keller des Hauses' sieht man besonders gern die Kreuzkröte, bevorzugt wegen ihres weissen Rückenkreuzes (Bufo calamita Laur.) und nennt sie Ilansunkc.*) Tliut man ihr etwas zu Leide, so erkrankt oder stirbt jemand im Hause. Die Bufoniten oder Krötensteine hielt man für versteinerte Kröten. Am häutigsten werden bei uns als Glücksteine folgende Bufoniten d. h. versteinerte Seeigel gesammelt: halbkugelige Galeriten (Galerites vulgaris Lamk.
Nr. 597 der Taf., G. abbreviatus Lamk., G. albogalera Lamk.), die letzten beiden Arten seltener, die ersteren in unserer Provinz einschliesslich Berlin sehr verbreitet. Ferner die einem kleinen Turban ähnelnden Cidariten, Nr. 801 der Tafel, (Cidaris vesiculosus Goldf.), die länglich helmförmigen Ananchyten (Ananchytes ovata Lamk., A. conoidea Goldf. und A. hemisphaerica Brogn., welche als Glücksteine gern in die Laden, Truhen und Kommoden kommen, endlich auch die seltneren flaehherzförniigen Spatangen (Spatangus sub- orbicularis Defr.)
Die Donnerkeile sind in der ungeheuren Menge der Fälle Belem- nitella mucronata v. Schl. sp.
Ich lege Ihnen vor: einen Donnerkeil (Belemnitella mucronata) und einen Krötenstein (GaTfcrites vulgaris) von einer alten Frau in Vetschau” Kreis Kulan, zu Wunderkuren gebraucht, M. AL VIII. 225 und 22<i. Von dem Altertumsforscher Alexander Rabenau 1874 erworben.
Drei Don nerkiele (nicht Donnerkeile), unter dieser Bezeichnung im Januar 1875 in einer Apotheke der Königstrasse zu Berlin als sympathetisches Schutzmittel erworben, ebenfalls Belemniten, aber anscheinend rächt der nordischen Mucronatenkreide entstammend. VIII. 222 der Tafel- gäiÄLEin Kröt enstein (Cidaris vesiculosus) Al. M. VIII. 801. mir i J1 dem holsteinischen Nordseebade Büsum als Glücksstein, zum Verwahren in der Kommode, bezeichnet,
*) Bruno Düringen: Deutschlands Amphibien und Reptilien. 1897.503.