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17. (7. ordentl.) Versammlung des VI. Vexeinsjahres,
S. 335 flg., II. Credner „Über Gletsclierschiffe auf Porphyrkuppen bei Leipzig und über geritzte einheimische Geschiebe“, Zeitschr. der I). geol. Ges. XXXI, 1879, S. 29 und ganz neuerdings I)r. A. Jentzsch in seinen Berichten über die Verwaltung des Ostpreuss. Provinzialmuseums. Ich behalte mir über die Schwalbensteine eine besondere längere Auseinandersetzung vor. Bemerkt sei noch, dass sie, in kleinen flachen Exemplaren, nicht selten als Glückssteine in Geldbeuteln, Börsen, Portemonnaies u. dgl. getragen werden; viele Exemplare befinden sich in den Sammlungen des Märkischen Museums.
Gliicksstein (B. MIT, 799), Feuerstein, aus einer Familie zu Alt- Rüdnitz, Kr. Königsberg i. N., seit Generationen verwahrt, länglich, auf beiden Seiten zugespitzt, natürliche Bildung, von mir im Jahre 1877 erworben. Zum Vergleich lege ich zwei, von dem rühmlich bekannten Altertumsforscher Gaetano Chierici mir in Modena i. J. 1873 verehrte zwei Gliicksteinchen vor, einer ein bohnenartiger, blau und gelb gefleckter Feuerstein und eine an devonischen Kugelsandstein erinnernde kugelige Konkretion von der Grösse einer der alten grosskalibrigen Flintenkugeln, von Landleuten in der Gegend von Modena und Reggio in der Emilia als Talisman benutzt. B. VI. 12, 720. Glückstein aus Flint mit natürlichem Loch zum Anhängen, Insel Rügen, talismanartig getragen, von 1880.
Blitzröhren, wirkliche, in der Weise entstanden, dass der Blitz beim Einschlagen in sandigen Boden die Quarzkörner zu einer glasigen hohlen Masse verschmolzen hat, die innen glasartig glatt, aussen rauh ist. Auf der höchsten Sanddüne der Reh berge innerhalb Berlins zwischen dem Langen Fenn, der Müllerstrasse und der Seestrasse sind Blitzstrahlen verästelnd in den reinen Sand eingeschlagen und haben unzählige kleine Schmelzprodukte geliefert, die glashart sind und an kleine Korallenbäumchen erinnern. Dergleichen echte Blitzröhren sind in der Volksarzneikuude hoch geschätzt und werden von Abergläubischen mit Vorliebe aufgesucht. Dorther stammen die A. I. 3678 von mii seit über l() Jahren immer wieder aufgefundenen zierlichen Dingerchen, welche ich Ihnen vorlege. S. 108 „Brandenburgia“ V teilt Wilhelm 8chwartz mit, dass er einen Mann vor dem Stralauer Ihor tiaf, der nach einem Gewitter Blitzröhren „gegen das Fieber“ suchte.
Nicht selten werden hohle Eisengeoden und hohle Beinbruchsteine mit Blitzröhren verwechselt, so hat mir zur heutigen Sitzung unser Mitglied Prediger II andtmann aus der Gegend von Seedorf bei Lenzen a. E. eine rölirenartige Eisengeode als Blitzröhre eingeschickt.
Ibe Beinbruehsteine, Osteocolla der alten Medizin, be aup en no <* jetzt ihre Stellung in der Volksheilkunde zum Auflegen in gepulverter Form bei Knochenbrüchen, Geschwüren, Wunden u. dgl. Das