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17. (7. ordentl.) Versammlung des VI. Vereinsjahres.
Märkische Museum besitzt viele Osteocolla von mir gesammelt, icli lege Timen A. I. 4955 vom Westufer des Kalksees bei Rüdersdorf vor. Es sind kalkige Ausscheidungen, welche in Sandablagerungen um die Wurzeln von Bäumen, gern um solche von Kiefern, herum erwachsen, Bildungen, welche unter Umständen meterlang werden können, beim llerausnehmen aber fast immer in grössere und kleinere Stücke zerbrechen; meist sind sie weich, doch habe ich auch härtere Osteocolla mitunter gefunden. Ich verweise auf meine Angaben in der „Branden- burgia“ Y, 109; die ältere Litteratur über die Beinbruchsteine ist sehr reichhaltig, aber auch sehr zerstreut. ^
Folgen die ebenfalls zu abergläubischen Zwecken (z. B. pulverisiert gegen Behexung) dienenden oder als Talismane betrachteten H exep - steinbildungen als Hexenschüsseln, llexendosen, llexen-
nimmt im Volk meist an, dass die Unterirdischen, die Zwerge dergl. llexensteinbildungeu, die oft täuschend die Form von Schüsselchen, Dosen, Röhren u. dgl. angenommen haben, angefertigt und wirklich teils als Hausgerät, teils als Spielzeug für ihre Kinder bengtzt haben. Man giebt sie Kindern zum Spielen, auch, wenn sie gross genug sind, Vögeln und Vögelchen als Futter- und Trinkuäpfe, weil das wohlbekömmlich sei. Diese Konkretionen kommen besonders häufig im Tertiär, aber auch in älteren und jüngeren Bildungen vor, ja sie entstehen noch jetzt. Es gehört dazu ein wassersaugender Attraktionskörper und Eisen im Boden, welches sich etwa auf eine derartige harte Thongalle rinden- und schichtenförmig niederschlägt und zwar genau nach der Form des Attraktionscentrums. Zerschlägt man eine solche Bildung, deren äussere Schale mitunter recht fest ist, so findet man den graugelben, grünlichen oder sonst meist hellgefärbten Kern gewöhnlich vor, mitunter aber auch nicht mehr — dann ist er allmählich chemisch resorbiert worden. Hat die Bildung einen Sprung, Riss oder Loch erhalten, so ist der Attraktionskern fast immer verschwunden. Die grosse Menge der Hexenschüsseln etc. wird aber bereits zerschlagen und geöffnet vorgefunden. Berühmt ist die Miocän-Bildung am Morsum-Cliff der Insel Rügen, wo sich unzählige Hexenschüsselbildungen in allen möglichen Ausgestaltungen linden, z. B. vergleichbar langen Bambusrohren mit Internodien, nicht selten mehrere Meter lang, aber beim Ausgraben leicht zerbrechend. Schüsseln, Dosen in grosser Menge — die Warenlager der „Uunereersken“. Gewöhnlich ist die Farbe rostbraun.
Ich lege vor A. I. 464, vgl. anl. Tafel, eine grosse und starke, mehr violettbraune Hexenschüssel von Tegel, B. VIII. 227 von Martini- kenfelde in Charlottenburg, A. I. 621 von Coserow, Insel Usedom, B. VIII. 228 Ilexenröhre, Martinikenfelde in Charlottenburg. — Hexenpfeifen, Ilcxenröhren, Hexenschüsseln aus dem
röhren, Ilexenkugeln, Hexenbomben