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17. (7. ordentl.) Versammlung des VI. Vereinsjahres.
Königin Luise in Mecklenburg - Schwerin entnommen ist. Es ist ein phantastisch von (1er Natur ausgezackter Feuerstein, etwa 2 Pfund schwer, 19 cm lang und bis zu 5 cm hoch, welcher sich in der Kreideformation als Kieselbildung ausgeschieden hat, so zwar, dass ein Loch von 3—4 cm Durchmesser entstand. Dieser Stein hat dazu gedient, um Kühe mit einer Euterzitze durch ihn hindurch zu melken, wenn
den Tieren die Milch „verschlagen“ ist oder wenn sie „rot“ ausfällt. Spuren des Gebrauchs und einer Salbung mit einer wohlriechenden Tlieer- oder Harzmasse und mit Fett sind deutlich erkennbar und ist der Melkstein davon etwas geschwärzt und abgeglättet. Mitunter wird der natürliche Melkstein mit dem künstlich durchbohrten Donnerkeil (Streitaxt u. dgl.) vermengt. W i 1 h e 1 m M a n nliardt „G ermanisc h e M y t h e n“, Berlin 1858 S. 21, berichtet wie folgt hierüber: „Noch deutlicher weist auf die eben erläuterte Vorstellung der Gebranch hin, den Euter der Kuh mit dem Donnerkeil zu bestreichen, um reichliche Milch zu erzielen (Kirchner, Thors Donnerkeil 63. Wolf, Beitr. I, (57), woher die Donnerkeile in Schweden Smördubbar, Butterschläge, heissen (Kil.Stobaeiopera.Dantisci 1753 p. 121, annot. C.). Ähnlich werden in der Schweiz ausgehöhlte Feuersteine, die dem Gewitter entstammen sollen, vom Volk Kn hst ei ne genannt. Wenn die Kuh rote Milch giebt, melkt man sie durch das Loch des Kuhsteins und die Milch bessert sich (Wagner a. a. 0.). Aus Hessen berichtet vom Kuh stein C. P. Wolfahrt (Ilistoria naturalis Ilassiae inferioris. s. tab. 22. No. 10. tab. 23. Nr. 1. 2. 3. 4.): Quis in patria ita hospes, ut ignoret et nostris annis pro'dolor! inveniri adlmc muliercnlas liaud paucas quae simulac vaccas lac cum cruore reddere animadvertunt, per formam lapidis fulininaris, quem ea propter etiam den Kuhstein appellare solent eas mulgere vel cunis infantum imponere solent, ne fulmine tan- gantur, et quae sunt alia quibus etiam longe difficilius talem lapidem, praeprimisjsi^conveniat cum ligura 3 et 4 [Abbildungen der Donneraxt] ab utraque facie^delineatis, quam fortissimo Ilerculi clavam e manibus extorseris. — In*Suffolk hängen die Landleute dergleichen durchlöcherte Steine im Stall auf, damit der Mahr (nightmare) die Tiere nicht reite. (Notes and querries IV, 53). In Schweden heissen diese durchlöcherten Steine Elfquärnar, Elfenmühlen.“
Übrigens sei bemerkt, dass man in der Altmark, wenn man keinen Melkstein hat, die Kuh, deren Milch blutig ist, durch einen Eich en- dopp d. h. durch ein Stück von einem Eichbaum, das ein natürliches Loch (Astloch) hat, melkt, wobei wohl zu bemerken, dass die Eiche dem
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