17. (7. ordentl.) Versammlung des VT. Vereinsjahres.
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als Glücksbringer bei sich in der Tasche oder im Geldbeutel oder hat ihn in der „Lade“ (Truhe) liegen. —
Kleine beliebige Hteinchen werden auch zur Vertreibung von Warzen benutzt. Wenn man nämlich, mit Warzen behaftet, zufällig auf dem Wege ein Steinehen findet, so hebt man es auf, spuckt dreimal darauf und drückt es dreimal schweigend auf die Warzen und sagt dreimal: To pomogaj bog wösc, bog syn a bog swety duch (das helfe u. s. w.)“*) B. VI. No. 2787 Ins 275)1) der Abb. in ca. '/j Grösse sind 4 Schrecksteine von Neu-Ruppin aus der Sammlung des bekannten Altertumsforschers Stadtgerichtsrat Rosenberg. B. VI 2703 ist ein offenbar viel gebrauchter aus der Sammlung des märkischen Heimatforschers Friedrich von K lüden. Hie Steine sind aus buntem, No. 27015 aus rotbraunem Serpentinstein künstlich hergestellt, die Rückseite plan, die Vorderseite an einen Papier- Drachen erinnernd. Fine Querkante teilt die Vorderseite in zwei Dreiecke, das obere kürzere ist in drei Felder zerlegt, oben durchbohrt und abgestumpft, das untere längen; Dreieck, ebenfalls in 3 Felder geteilt, läuft spitz zu. An einer Schnur wird das Amulett Wöchnerinnen, Kindern oder anderen „schreckhaften“ Personen um den Hals gehängt. Die Fabrikation soll in Thüringen geschehen. Vgl. v. Schnlenburg a. a. ü. S. 2(50 Fig. 8.
Ich gehe zu den Ringsteinen über. Was wäre nicht alles über die Ringe, insbesondere die Ringsteine und ihre Zauberkraft vom Zauberringe Salomonis und Prometheus an, der den ersten eisernen Ring trug, zu sagen? Schon der Ring selbst als Symbol der Unendlichkeit hat eine weittragende «Symbolik.
Der Ringstein ist beim Landvolk, das doch den eigentlichen Kern der Bevölkerung darstellt, von je her, auch bei uns beliebt und üblich gewesen. Er scheint aus dem Orient zu stammen und dürfte unseren germanischen Altvorderen bereits von dorther^zngekommen sein. Die Ringsteine sind mit der Genealogie vieler deutscher Geschlechter auf das Innigste seit Jahrhunderten verknüpft. Der Ring, insbesondere der mit einem Talisman - Stein geschmückte, kommt deshalb im Wappen adliger wie bürgerlicher Geselllechter, auch in Deutschland nicht selten vor. Beispielsweise führt die Parchimsche Linie des allbekannten Hauses Schwerin im Schilde einen Arm, der einen Ring trägt. Später erscheinen statt dessen zwei nach oben ausgestreckte Arme, welche den mit einem Talisman geschmückten Ring hochhalten. Oskar Schwebel „Die Herren und Grafen von Schwerin“, Berlin 188ö, S. 15) bemerkt
*) Nach ähnlichem Rezept sind mir seitens meiner Mutter, als ich etwa 8 Jahr alt war, die Warzen, und zwar viele, die plötzlich gekommen waren, von den Fingern fast ebenso schnell wieder vertrieben worden, E. Friedei.