Heft 
(1897) 6
Seite
508
Einzelbild herunterladen

508

17. (7. ordentIA Versammlung des VI. Vereinsjahres.

einen Seite fleisch rot oder rot, auf der anderen braun, aus Kalkcarbonat und Lehn bestehend. Die Seebohnen werden hin und wieder in den Apotheken gefordert und zum Auflegen und Aufbinden auf den vor­stehenden Nabel oder auf sogenannte Ueberbeine, teils auch zu Raucherungen und zu abergläubischen Zwecken gebraucht. Aus letzterm Grunde wird der Umbilicus marinus, wie im vorliegenden Exemplar, als Ringstein gefasst.

b) B. VI. 119, Bauernring, silbern, mit 3 roten Steinen,

die anscheinend in Zahnfragmente eingelassen sind. Schützt gegen

mancherlei Übel.

c) B. VI. 10831. Bauernring, silbern, mit '2 Zähnen. Vielleicht Fuchs. Fuchszähne treten, seitdem Molfszälme wegen Ausrottung des Raubtiers selten geworden sind, mehr und mehr als Ersatzstücke; diese Zähne sollen das Zahnen und den Zalmwechsel der Kinder erleichtern.

Seltsame Tiere müssen auch seltsame Krankheiten heilen. So braucht man Ringe von Stücken aus Fientierhufen gegen die fall ende Sucht, wahrscheinlich, weil die Alten die Vorstellung hatten, dass das Elch, wenn es hinfalle, sich nicht wieder erheben könne, weshalb es an einen Baum gelehnt schlafe. Caesar, Bell. Gail. VI. 20. Solche Ringe waren sehr geschätzt. Lope de Vega (geh. 1562, + 1635) berichtet in seinem LustspielDas Unmöglichste von Allem (auchDer Tugend­wächter verdeutscht) ausführlich, wie ein solcher Krampfring hergestellt und gebraucht werden soll.

d) B. VI. 11678, interessanter Goldring, einige Jahrhundert alt, der früher eine andere Ringplatte, vielleicht ein Wappen, enthalten halten dürft* 1 , jetzt einen graubraunen glänzenden Stein in Form eines Kugel­abschnittes umschliesst, welcher zu den sogenannten Katzensteinen zu gehören scheint, wenn er nicht ein geschliffener innerer Teil eines Krötensteins ist. Diese Art Steine sind von jeher als zauberkräftige Talismane mit abergläubischer Scheu betrachtet worden.

In der Tbat ist es möglich, einen Menschen, welcher einen dergleichen Stein längere Zeit mit ungeteilter Aufmerksamkeit betrachtet, in einen hypnotischen Zustand zu versetzen. Es kommt, freilich auf die Indivi­dualität an, ich selbst, beispielsweise, eigne mich, wie ich erprobt, zu dergl. hypnotischen Versuchen gar nicht, im übrigen sind es keineswegs nervöse Menschen, welche hier derBezauberung unterliegen, ich habe vielmehr bei dreitägigen Experimenten, welche der im vorigen Jahr zu Altona verstorbene bekannte Magnetiseur Hansen in Greifswald in Gegen­wart medizinischer Autoritäten anstellte, selbst gesehen, wie sehr kräftige jugendliche Personen, Lieutenants, Studenten, Lehrer pp. in 20 bis 30 Minuten durch unverrücktes Anstarren von dergl. Ringsteinen, die einen Hof hatten, d. h. einen äussern Ring von anderer Farbe als der mittlere eigentliche Ringstein, in Zeit von 2 1 * bis 3 1 * Minuten in den