16 Protokoll der 17. (7. ordentlichen) Versammlung des X. Vereinsjahres.
die Überschrift schlängeln sich schön gemalte Kornblumen. Eine Deputation von Rebenstorf, und zwar die Herren Niebel, Hahlbohm, Mennerich, Schubach und Lehrer Mente, überbrachte dieses Ehrengeschenk am 13. November nach Lüneburg. Bei der Überreichung wurde von dem Herrn Gemeindevorsteher Niebel folgende Ansprache gehalten.- „Hochgeehrtester Harr Professer! Se hem’n verstahn, mit uns Bur’n umtogahn, mit Klokheit un Leew uns Bur’nharten to erobern, darum hem’n wi Se tum Ehrenbur’n von Rebenstörp makt. Klingen deiht dat ja wat sonderbar un betlang is ok wohl noch keen Professer Ehrenbur wor’n; aber Achtung un Leew mökt ut all’n Ständ’n de Minschen to Fründ’n. Wi bringen nu hier den Ehrenbur’nbreef. Wesen Se so got un nehm’n Se em an, bewahr’n em ok in Ehr Familie, damit Ehr Nachkam’n ok noch seh’n können, wu leew Se uns west sünd. Un nu kam Se ok recht oft nah Rebenstörp, denn Se weten ja, wu sehr wi uns freien, wenn wi Se bi uns hem’n. Gott mag geben, dat Se noch recht lang Professer in Lüneborg un Ehrenbnr van Rebenstörp sünd.“ — Der Herr Professor war hocherfreut und dankte herzlich für diese Ehrung.
Das ist auch ein bemerkenswerter Akt ländlicher Üppigkeit, ein Ehrenbauer! Aber ich glaube mit diesem bäurischen „Upspelen“ wird man viel eher einverstanden sein, als mit dem altmärkischen Saus und Braus b -i Hochzeiten und Kindtaufen. Ich wenigstens, würde mich über einen Ehrenbauernbrief sehr freuen. Von Lenzen aus habe ich mit Museums - Pflegern vor Jahren einen Abstecher in das hannoversche Wendland auf dem linken Elbufer gemacht und hier die Bauern nicht blos als reiche, sondern als gebildete, an der Heimatsforschung den regsten Anteil nehmende Gutsbesitzer gefunden, die uns Mäj'ker mit herzlicher Gastfreundschaft aufnahmen. Unsere märkischen Bauern können auch nach diesen Beziehungen hin getrost einmal bei Gelegenheit ihren hannoverschen Standesgenossen nachahmen.
C. Naturgesehiehtliches.
XXI. Gesetzentwurf gegen die Verunstaltung landschaftlich hervorragender Gegenden. In der September-Sitzung 1901 (S. 267) hatte ich darauf hingewiesen, dass es auch für unsere Heimat dringend Not thue, dem Beispiel der Franzosen zu folgen, welche sich entschlossen haben, der Verunstaltung landschaftlich schöner Gegenden durch aufdringliche Reklameschilder u. dergl. öffentlich entgegen zu arbeiten. Soweit ich konstanteren konnte, habe ich damals nur den Empfindungen unserer Mitglieder entsprochen.
Ungeahndet schnell ist nun die preussische Regierung unserm Wunsche entgegen gekommen. Ein dem Landtage zugegangener Gesetzentwurf lautet wie folgt: