Heft 
(1902) 11
Seite
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18 Protokoll der 17. (7. ordentlichen) Versammlung des X. Vereinsjahres.

Verunstaltung oder Verwüstung der malerischen Landschaft durch Ab­holzen, Steinbrüche, Ableiten von Bächen und Quellen, Zersprengen von denkwürdigen Steinblöcken u. dergl. enthalten müssen. Dass ein solches Gesetz schwieriger ist, weil den Eigentümern in manchen Fällen Ent­schädigungen zu zahlen sein werden, unterliegt keiner Frage. Vorläufig wollen wir der Kgl. Staatsregierang für den Anfangsschritt auf der Bahn des Naturschutzes herzlich dankbar sein.

XXII. Botanisches Merkbuch für die Provinz Branden­burg. (S. Brdb. X S. 12, IX. S. 10, 258, 384, 481, 483 u. 509).

Auf demselben Gebiete wie No. XXI bewegen sich die meinerseits in der Brandenburgia wiederholt besprochenen Bestrebungen zum Schutz des heimischen Waldes und überhaupt des heimatlichen Pflanzenschatzes, welche insbesondere durch den uns befreundeten Botanischen Verein der Provinz Brandenburg betrieben werden. Da ich der letzten Ausschusssitzung nicht beiwohnen konnte, bat. ich den Schriftführer Herrn H. Paul mir über deren Verlauf _ etwas zu verlautbaren. Gedachter Herr schreibt mir nun freundlichst unter dem 18. Dezember 1901.

Ihrem Wunsche gemäss teile ich Ihnen in Kürze den Verlauf der Sitzung der Kommission zur Herausgabe eines Forstbotanischen Merkbuchs mit. Herr Professor Schumann eröffnete die Sitzung mit der Vorlegung des durch Vermittelung des Herrn Oberpräsidenten eingegangenen Frage­bogenmaterials und bittet um die Meinung der Mitglieder über die Verteilung der Fragebögen an die Vertrauensmänner.

Herr Geheimrat Wittmack schlägt vor, das Material, ähnlich wie Conwentz, nach Kreisen zu ordnen.

Herr Dr.-Reinhardt will erst über den Umfang des Materials unter­richtet sein, worauf Herr Prof. Schumann dasselbe nach Kreisen an die Anwesenden verteilen will.

Herr Prof. Köhne schlägt vor, ein Schema aufzustellen, welches den Sendungen an die Vertrauensmänner beigegeben werden soll.

Herr Prof. Schumann stellt deshalb den Antrag:Das Material soll an die Vertrauensmänner geschickt werden und ein Musterreferat mitgesandt werden. Der Antrag wird angenommen.

Es werden hierauf durch Abstimmung mit der Ausarbeitung des Musterreferates die Herren Prof. Schumann, Prof. Köhne und Landgerichts­rat Hauchecorne betraut.

In der nächsten Sitznng wird das Referat vorgelegt werden.

In anderen deutschen Landen regt man das allgemeine Interesse für die Erhaltung des Baumbestandes u. a. durch grossartige Illustrations­werke an. So erscheint seit dem Sommer 1901 im Verlag von Piloty & Löhe in München das Prachtwerk (3. Lieferung bevorstehend): Die grössten, ältesten und sonstigen merkwürdigen Bäume Bayerns in Wort und Bild. (Ausführliche Besprechung in der wissenschaftlichen Beilage zur Allgemeinen Zeitung. No. 202. München, den 4. Sept. 1901.