Protokoll der 17. (7. ordentlichen) Versammlung des X. Vereinsjahres.
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S. 8.). Auch hier erhoffen wir für die Provinz Brandenburg unter der Ägide des vorgenannten hochangesehenen Vereins recht bald etwas Ähnliches.
XXIII. Bericht der Central-Kommission für wissenschaftliche Landeskunde von Deutschland über die Geschäftsjahre 1897—1901. Erstattet vor dem XIII. Deutschen Geographentag in Breslau von Prof. Dr. Alfred Kirchlioff in Halle. — (Sonder-Abdruck aus: Verhandlungen des XIII. Deutschen Geographen- Tages zu Breslau, 1901. Verlag unsers Mitgliedes Herrn Konsul Ernst Vohsen in Firma Dietrich Reimer. Berlin 1901.)
Aus dem reichen Inhalt des von unserm erdkundigen Altmeister Kirchlioff verfassten ausgezeichneten Berichts über die Thätigkeit der Central-Kommission, die wir als eine wissenschaftliche Oberinstanz auch unserer Brandenburgia betrachten dürfen, sind folgende Einzelheiten zu entnehmen.
„Seitdem die Central-Kommission für Deutsche Landeskunde ihrem Auftraggeber, dem Deutschen Geographentag, ihren letztmaligen Bericht in Jena erstattet hat, ist in ihrem Personalbestand fast keine Änderung eingetreten. Wie bisher vertrat Prof. Penck in unserer Kommission Österreich, Prof. Brückner die Schweiz, Prof. Kan die Niederlande und Belgien. Auch die zwölf Bezirke, in die unsere Kommission das Deutsche Reich für ihre Arbeiten eingeteilt hat, behielten die bisherigen Vertreter; erst in allerletzter Zeit sah sich unser langjähriges Kommissionsmitglied für Württemberg, Prof. Hartmann, Kollegialrat am Statistischen Landesamt zu Stuttgart, veranlasst aus der Kommission auszuscheiden; auf seinen Antrag wählte letztere Prof. Hass er t in Tübingen zu seinem Nachfolger, und dieser nahm die auf ihn gefallene Wahl bereitwillig an. Die Pflege namentlich der bibliographischen Arbeiten verblieb in der bewährten Hand des Ober- Bibliothekars Richter in Dresden. Den Vorsitz führte während des Zeitraums der Berichterstatter.
Nachdem nun unsere Kommission, wie bereits in ihrem Bericht vor dem zu Jena abgehaltenen Geographentag hervorgehoben worden, die Zusammenstellung der auf das Deutsche Reich im ganzen bezüglichen landes- wie volkskundlichen Litteratur selbst in die Hand genommen hatte, woraus die von P. E. Richter musterhaft ausgearbeitete umfassende „Bibliotheca Geographica Germaniae“ hervorging fragte es sich, wie wir uns verhalten sollten gegenüber dem Nachwuchs der Litteratur nach 1895, dem Grenzjahr der im eben genannten Werk berücksichtigten Schriften. Sollte man sich begnügen mit der Titelaufführung der Neuerscheinungen, wie sie Baschins im Auftrag der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin jahrgangsweise erscheinende universelle „Bibliotheca Geographica“ u. a. auch für Deutschland in vortrefflicher Sichtung veröffentlicht? Der Vertreter Österreichs in unserer Kommission machte uns auf den erfreulichen Erfolg aufmerksam, den Robert Sieger in Wien mit seinem „Geographischen Jahresbericht über Österreich“ dadurch erziele, dass er statt eines blossen Titel-
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