Heft 
(1902) 11
Seite
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20 Protokoll der 17. (7. ordentlichen) Versammlung des X. Vereinsjahres.

Repertoriums zur österreichischen Landes- und Volkskunde eine knappe und, wo nötig, kritisierende Inhaltsangabe möglichst aller auf diesem Gebiet jüngst erschienenen Arbeiten darbiete. Die Kommission fasste den ein­mütigen Beschluss, diesem Vorbild für das Deutsche Reich zu folgen. Es sollte der grosse Wurf gewagt werden, zwar nicht alljährlich, aber in kurz bemessenen Jahres-Perioden womöglich den gesamten Schatz an neuen Büchern, Abhandlungen und Karten über das Deutsche Reich als ganze sowie über seine einzelnen Landesteile in der angedeuteten Weise vor­zuführen.

Der kühne Plan hätte nicht zur Ausführung gelangen können, wenn nicht die Preussische Staatsregierung, die Preussens hohe Tradition, eine gute gemeindeutsche Sache auch für eine preussische zu erachten, stets unserer Pflege der deutschen Vaterlandskunde zu gute kommen liess, wie früher so auch in dieser Berichtszeit der Kommission Jahr für Jahr eine Subvention von 500 Mk. zugewandt hätte.

Es wird unsere Mitglieder erfreuen, dass auch der heimatkund­lichen Thätigkeit der Pflegschaftsfahrten des Märkischen Provinzial- Museuins, an denen sich, wie ich immer wieder betone, allemal Mit­glieder der Brandenburgs beteiligen, anerkennend und freundlich gedacht worden ist.

In dem Bericht heisst es:

Ins helle Licht der Gegenwart zurück führt uns eine soeben ein- gelaufenc Benachrichtigung unseres Kommissions-Mitglieds für die Mark Brandenburg, des Geheimen Regierungsrats Friedei aus Berlin: als Dirigent des Märkischen Provinzial - Museums veranstaltet derselbe während der besseren Jahreszeit an fast allen Sonn- und Festtagen Ausflüge nach den verschiedensten Teilen der Provinz Brandenburg bis ins Meckenburgische und Anhaitische hinüber, an denen sich in ansehnlicher Zahl Geologen, Botaniker, Zoologen, Prähistoriker, Archäologen und Architekten beteiligen, um manchen, von der gewöhnlichen Touristenstrasse abgelegenen Winkel für die Wissenschaft zu erobern, oft unerwartet wertvolle Funde den Museums - Sammlungen zuzuführen und der über den Rahmen bloss touristischen Interesses hinausgehenden ernsthaften Heimatsforsehuug neue werkthätige Freunde zu gewinnen.

Man sieht, wie unsere Bestrebungen immer weitere Kreise des Deutschen Volkes ergreifen. Die Staatsregierungen ihrerseits gewähren uns nicht bloss durch topographische wie geologische Landesaufnahmen, amtlich geleitete meteorologische und statistische Erhebungen aller Art die erforder­lichen festen Grundlagen für die auf unser Vaterland gerichtete Gesamt­forschung, sondern sie bekunden für diese selbst ein verständnisvolles Interesse. Lebhaft begrüssen wir namentlich das erst jüngst von neuem bezeugte Streben des Preussischen Kultus-Ministeriums, das auf eine vor Jahren durch den Breslauer Oberlehrer Dr. Wetekamp im preussischen Landtag gegebene Anregung zurückgeht: die Naturdenkmäler der Heimat unter schützende Pflege zu stellen, wie solche den Kulturdenkmälern längst zu teil wird. Insbesondere ist bei manchen Denkzeichen der Eiszeit, wie