Heft 
(1902) 11
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Protokoll der 17. (7. ordentlichen) Versammlung des X. Vereinsjahres.

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z. B. Gletscherschliffen im anstehenden Gestein Nord-Deutschlands, die so leicht achtloser Zerstörung unersetzbar anheimfallen, Gefahr im Verzug. Auch hier kann uns Österreich zum Muster dienen, wo man beispielsweise auf den dunkelgrauen Schieferfelsen oberhalb von Gastein neben den gross­artigen sphärischen Auswaschungen, die die Gasteiner Ache dereinst in der Steilwand ihres Ufers hoch über ihrem derzeitigen Niveau ausgewühlt hat in leuchtendem Weiss das Verbot der K. K. Geologischen Reichsanstalt an­geschrieben sieht:Hier darf kein Stein abgebrochen werden. Hätten wir doch schon einige der herrlichsten Berge unseres Siebengebirges dem Stein­bruchsbetrieb zum Opfer fallen sehen müssen, wenn nicht der Staat schirmend seine Hand darüber gehalten hätte. Und sind nicht unsere deutschen Berge allesamt geweihte Denkmale der Entstehungsgeschichte des Deutschen Vaterlandes, ehrwürdiger an Alter als alle Burgen und Dome?

Dass unsere Natur-Denkmäler auch von dem Deutschen Geographen­tag dem Schutz der Regierungen empfohlen werden, wird Sie, geehrte Mitglieder, mit Genugtliuung erfüllen.

XXIV. Von befreundeter Seite ist mir das 12. Heft VIII. Jahrg. 1902 der angesehenen ZeitschriftFür alle Welt eingesendet worden. Ich lege das Heft gern vor, weil es S. 280 flg. aus der Feder von Paul Hirschfeld einen uns alle interessierenden durch 3 anschauliche Abbildungen illustrierten Artikel enthält, der sich betitelt:Die grösste Baumschule der Welt. Dass damit die Anlage unsers verehrten Mitgliedes, Herrn Ökonomierat Späth, gemeint ist, brauche ich wohl kaum hinzuzufügen. Wir entsinnen uns noch mit Entzücken, als es uns am 6. Juni 1894 (Brdb. III. 96104) vergönnt war, die reizenden und grossartigen Anlagen bei Station Baumschulweg der Görlitzer Bahn unter Führung des Herrn Späth zu besichtigen, wobei wir uns ausser­dem einer ausgesucht gastlichen Aufnahme zu erfreuen hatten. Heute umfassen die Anlagen der Baumschule 860 Morgen oder 215 Hektar, auf denen etwa 400 Personen beschäftigt werden.

XXV.Bau des Teltow-Kanals betitelt sich S. 279 a. a. O. ein Artikel über die Herstellung der grossartigen Wasserstrasse, welche der Kreis Teltow mit 25 Millionen Kostenaufwand durch die Bauräte Havestadt und Contag. ausführen lässt. Hoffentlich findet die Brandenburgs Gelegenheit, das gewaltige gemeinnützige Werk zu be­sichtigen. Die interessanten Arbeiten werden in dem Aufsatz uns in zwei vortrefflichen grossen Abbildungen vorgeführt.

XXVI. Über den afrikanischen Staubregen, der im März 1901 u. a. auch unsere Provinz Brandenburg heimsuchte, habe ich bereits wiederholt berichtet. Seitdem ist die Wissenschaft in der Erkenntnis dieses denkwürdigen Phänomens wieder fortgeschritten und entnehmen wir der Feder unsers geschätzten hiesigen Wetterkundigen, des Herrn Dr. E. Less die nachstehende im Berliner Tageblatt vom 17. d. M. veröffentlichte Mitteilung, welche über einen bezüglichen Vortrag in der