Heft 
(1902) 11
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24 Protokoll der 17. (7. ordentlichen) Versammlung des X. Vereinsjahres.

Hechtreisser-Innung mit 42 Teilnehmern i. J. 1740. Sie war verpflichtet, täglich auf dem Markt Fische feilzuhalten, auch die Residenz Berlin wöchentlich mit 3 bis 4 Fuhren Fischen zu versorgen, ebenso die Berlinischen Probier im Notfall zu befrachten. Auch Krebse und Aale wurden in erstaunlichen Mengen auf den Markt gebracht. Die nicht lebend verkauften Aale wurden entweder an der Sonne getrocknet oder geräuchert oder auch vorgesalzen. Gegen das Unterbieten und Überbieten, die Aufkäuferei und das Entgegenfahren auf den Märkten, überhaupt gegen alles, was wir heut unlautern Wettbewerb nennen möchten, ward mit Strenge eingeschritten.

Der Fischreichtum im Oderbruch ist bekanntlich wie aller- wärts sehr zurückgegangen. Schuld daran ist u. a. die Verwallung der Oder, welche viele Fiscbreviere, namentlich die Lageplätze einengte und verdarb. Näclistdem das übermässige Ausfischen und Vernichten der Brut ohne Rücksicht auf die Vermehrung der Tiere. Als 1832 die Abschneidung der alten Oder bei Güstebiese erfolgte, ging es mit der Gilde rasch zu Ende. 1874 am 5. Oktober Ist das letzte Quartal ab­gehalten.

Böttger schliesst seine dankenswerten Mitteilungen S. 03 wie folgt. Ferdinand Kdppätzky war der letzte Altmeist er der Zunft. In Schwedt, in der Stadt, bis zu welcher sein Privileg reichte, ist er am 28. April 1898 gestorben. Hier in der Nähe der wieder voll in ihren Ufern rauschenden Oder ruht der letzte der einst so blühenden und so berühmten Hecht­reisser-Innung zu Wriezen.

XXVIII. Herr Professor Dr. Conwentz, Direktor des Provinzial-Museums zu Danzig hat die Güte gehabt, eine kleine Abhandlung einzusenden, betitelt: Über die Einführung von Kauris und verwandten Schneckenschalen in Westpreussens Vor­geschichte. (Sonderabdruck aus: Mitteilungen des Westpreussischen Geschichtsvereins Jahrg. 9 No. 1). Ich begnüge mich für heut Abend die inhaltreiche Schrift unsers verehrten Freundes Conwentz, der seinen Spüreifer und seine umfassende Kenntnis der Natur- und Vorgeschichte hier aufs neue bethätigt, herumzureichen, weitere Auslassung darüber mir vorbehaltend.

XXIX. Vorkommen des H amste rs. Zwei für unsere engste Heimat recht seltene Nager sind in letzter Zeit in den Besitz des Märkischen Museums gelangt und werden der Brandenburgs hiermit als neueste zoologische Errungenschaften vorgeführt. Zunächst der Hamster.

Joh. Ileinr. Schulz, Fauna, Marchica, 1856, sagt S. 35 ganz kurzunseie Exemplare aus der Gegend von Jüterbogk und Treuen- brietzen. Dr. E. Huth: Beiträge zur Kenntnis der Märkischen Fauna V. I. Die wildlebenden Säugetiere. 1888, S. 9:Merk-