Protokoll der 17. (7. ordentlichen) Versammlung des X. Vereinsjahres. 25
würdig ist, dass alle Fundorte, die für den Hamster in der Mark angegeben werden, sich auf den Regierungsbezirk Potsdam beschränken. Beckman nennt Ütz, Päwesin und Niebeden (Ost- und West-Havelland), sowie Seehausen und Ersleben (Altmark) als Örter, in denen sie sich ums Jahr 1742 ziemlich eingenistet haben, Schulz nennt die Gegend von Jüterbogk und Treuenbrietzen als Fundorte, Friedei fügt Luckenwalde und die Priegnitz hinzu, und Dr. Reichenow schoss noch 1884 ein schönes altes Männchen bei Nauen, aber östlich von der Oder scheinen die Hamster in der Mark noch nicht aufgetreten zu sein“.
Meine Angaben befinden sich in meiner Schrift: „Hie Wirbeltiere der Provinz Brandenburg“ 2. Ausg. 1886. S. 12. Vgl. ferner Brandenburgia II. S. 181, IV. S. 115 No. 8 u. S. 140 (bei Gehren, Kreis Luckau) u. VIII. S. 135. Einer unser ersten Zoologen und Kenner sowohl der fossilen wie rezenten Fauna unserer Heimat, Professor Dr. Alfred Nehring, hat sehr schätzenswerte Mitteilungen Brauden- burgia II. 173 und VIII. 135 gemacht; dort finden sich auch die Angaben, wo sonst noch Nehring über den Hamster (Cricetus vulgaris) sich verbreitet hat. Bekmann, Hist. Besclir. der Chur und Mark Brandenburg I. 1751 berichtet S. 832. „Zu den Feldmäusen gehören auch die Hamster, welche zuweilen auch nicht geringen Schaden dem Landmann verursachen. Selbige weil sie so zahlreich sich nicht vermehren, finden sich auch sparsamer: wo sie aber eine gegend getroffen, die ihnen gefallet, so pflegen sie selbige so leicht auch nicht zu verlassen. Bei Utz, Pavesin, Nebede (Brandenburgische Inspection) und der orten mehr, haben sie sich ziemlich eingenistelt: A. 1742. haben sie sonderlich bei Seehausen und 1741 bei Erxleben in der Altmark viel schaden gethan: tragen aber auch oftmahls bei ihrem mausen ihr feil zu markte, welches unterm pelzwerk angenehmer ist, als beim getreide.
Immer verbleiben wir damit im Elbgebiet und wenn auch neuerdings Funde aus der Gegend der alten Oder bei Oderberg i. M. hinzugekommen sind, so scheinen Funde aus dem Lande rechts der Oder d. h. der eigentlichen jetzigen neuen Oder, also aus der dortigen Neumark, nicht bekannt zu sein.
Ha der Hamster auch für den Laien sich leicht von den Ratten (Mus) und den Wühlmäusen (Hypudaeus ampliibius, Wasserratte, Reut- maus, Schermaus) durch sein kurzes Schwänzchen, seinen dicken Kopf mit den gewaltigen Backentaschen und überhaupt durch den gedrungenen Körperbau unterscheidet, so fällt er einerseits leicht auf, andererseits kann er nicht wohl mit einem andern Tiere der Heimat verwechselt werden.
In der Prignitz und nach u. M. Herrn Rektor Monke im Havelland ist der Hamster in neuester Zeit mehrfach wiederum beobachtet und als dort heimisch anzusehen.