19. (8. ordentliche) Versammlung des X. Vereins] ahres.
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Dasselbe erinnert vielfach an das recht brauchbare Werk: „Illustriertes Archäologisches Wörterbuch der Kunst des germanischen Altertums, des Mittelalters und der Renaissance, sowie der mit den bildenden Künsten in Verbindung stehenden Ikonographie, Kostümkunde, Waffenkunde, Baukunde, Gerätkunde, Heraldik und Epigraphik. (Deutsch, französisch, englisch und lateinisch.) Für Archäologen, Sammler, Kunsthistoriker, Freunde des Altertums und der Geschichte herausgegeben von Dr. Hermann Alex Müller in Bremen und Baurat Dr. Oscar Mothes in Leipzig. I. Abteil. A—H. Mit 750 Textabbildungen Leipzig und Berlin bei Otto Spanier. 1877. — II. Abteil. J—Z. Mit 770 Textabbildungen 1878. — Dies ist noch allgemeiner gefasst. Für unsere Provinz einschliesslich Berlins müsste das besonders Eigentümliche auch besonders hervorgehoben werden.
VI. Im Sommer dieses Jahres soll das neue Posensche Provinzial-Museum in Posen unter grosser Feierlichkeit, voraussichtlich in Gegenwart der Allerhöchsten Herrschaften, eingeweiht werden. Wir nehmen auch hieran Anteil und bedauern nur, dass es dem frühverstorbenen bisherigen Provinzial-Konservator und Mehrer des Museums, Herrn Dr. Franz Schwartz, Sohn unsers verewigten Ehrenmitgliedes Geheimrat Dr. Wilhelm Schwartz, nicht hat mehr vergönnt werden sollen, das von ihm geschaffene vaterländische Werk in seiner Vollendung zu sehen. Namentlich während der vorgeschichtlichen Zeit greift die Kultur der Provinz Posen derartig in unsere Provinz über, dass die Posenschen Sammlungsstücke auch für uns von Wichtigkeit sind. Vergl. über den Tod des Dr. Fr. Schwartz S. 254 ßrandenbui’gia X.
B. Naturkundliches.
VII. Eiszeitliche Strudellöcher im anstehenden Gipsgebirge zu Sperenberg, Kreis Teltow. Herr Bergwerksbesitzer L. Mündt sen,, Inhaber der Firma Berliner Gipswerke (Fabrikation Von Stück-, Bau-, Estrich- und Dünge-Gips, Spezialität: Modell- und Formen-Gips) hat die Güte gehabt mir zwei Photographien, die ich Ihnen vorlege, zu verehren: a) der Fabrik in Sperenberg selbst und b) eines grossen Gipsblocks mit vielen in der Diluvialeiszeit durch Schmelzwasser ausgehöhlten Strudellöchern, die orgelpfeifenartig nebeneinander in verschiedenem Kaliber entstanden sind. Diese Strudellöcher sind bei einer Exkursion der Pflegschaft des Märkischen Provinzial-Museums bereits am 28. Juni 1893, an welcher u. a. unser Geologe, Herr Dr. Zache, teilnahm, untersucht worden. Ich habe sie damals für Auswaschungen, die in der Eiszeit entstanden, erklärt. Wir haben damals nach Gletscherschrammen gesucht, solche aber nicht gefunden. Herr Dr. M. Fiebelkorn, der die Gipsfelsen unlängst untersucht hat, und
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